Abschied nach mehr als 40 Jahren

PTA: „Wir mussten Röcke tragen“

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Berlin -

Im Alter von 15 Jahren hat Brigitta Wohlers ihre PKA-Ausbildung begonnen. Die heute 63-Jährige ist auch PTA und war mehr als 40 Jahre in der Linden-Apotheke in Eystrup tätig. Jetzt ging sie in Rente. Ihren Arbeitsplatz vermisst sie schon ein bisschen, ist aber auch froh, dass sie sich nicht mehr auf den neuen Rahmenvertrag einstellen muss.

Vier Chefs erlebte Wohlers in der Linden-Apotheke. Als 15-jährige begann sie dort ihre Ausbildung in den 70er-Jahren. Damals war vieles anders. Computer gab es noch nicht. „Wir haben früher mit Büchern die Preise rausgesucht und den Mittelwert errechnet“, sagt sie. Das könne heute keiner mehr leisten. „Die Zeit ist dafür nicht mehr da.“

Für die junge Auszubildende gab es damals Regeln, über die heutige weibliche Angestellte staunen dürften: „Wir mussten Röcke tragen“, erinnert sich Wohlers. Hosen seien tabu gewesen. Das habe weitere Richtlinien nach sich gezogen. Denn wenige Jahre nach der Moderevolution „Minirock“ in den 60ern seien die Kleidungsstücke sehr kurz gewesen. „Wir durften deshalb nicht auf Leitern steigen.“ Immerhin sollte keiner unter den Rock schauen können.

Bereits während der PKA-Ausbildung spürte Wohlers, dass sie mehr wollte. Das hatte nicht nur mit dem Einstieg zu tun: „Ich musste den ersten Tag ausschließlich Hustensaft abfüllen, da dachte ich, was machst du hier?“ Sie wollte mehr Verantwortung, mehr Rezeptur und mehr mit Menschen zu tun haben. 1973 wechselte sie auf eine PTA-Schule in Minden. Damals war der Beruf noch jung, das Berufsgesetz trat am 18. März 1968 in Kraft.

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