45 Jahre Berufserfahrung

PTA vor Rente: Abschied vom Traumjob Carolin Ciulli, 25.09.2018 13:48 Uhr

Berlin - Der Duft von Apotheke hat Christa Apfelbach vor 45 Jahren zu ihrem Traumjob geführt. Die leichte Kräuternote war schon eine ihrer ersten Kindheitserinnerungen an die Offizin. Die heute 63-jährige PTA geht Anfang Oktober in Rente. „PTA ist mein Traumberuf“, sagt sie. Die Arbeit in Rezeptur und am HV werde ihr fehlen.

Anfang der 1970er Jahre war der PTA-Beruf noch ein Novum. Das Berufsgesetz trat am 18. März 1968 in Kraft. Als Apfelbach 1973 nach der theoretischen Ausbildung an der Stuttgarter Kerschensteinerschule ihr halbjähriges Praktikum in einer Apotheke antrat, wusste der Chef nicht viel über PTA. „Er kannte den Beruf nicht“, erinnert sie sich. Von der Ausbildungsvergütung von damals 300 D-Mark konnte sie sich gerade einmal die Kosten für die Fahrkarte leisten. „Viel blieb nicht übrig.“

Doch das Gehalt war es nicht, was Apfelbach am Beruf faszinierte. Als PTA konnte sie ihr Interesse an Chemie und Physik umsetzen. Das Talent für Naturwissenschaften zahlte sich bereits bei der Bewerbung an der PTA-Schule aus. Die Baden-Württembergerin setzte sich durch: Von 250 Bewerbern wurden 50 genommen. „Ich musste in einem Test zeigen, dass ich ein Verständnis von Zahlen habe. Das ist mir leichtgefallen, da ich schon immer gerne Rätsel gemacht habe.“

Auch die Abwechslung im Arbeitsalltag gefällt Apfelbach. Anfangs habe sie vor allem Rezepturen hergestellt. „Damals haben wir komplett ohne Computer oder Maschinen gearbeitet und alles per Hand hergestellt.“ Hustensaft, Halstabletten, Kapseln oder Lebertranemulsion – die Anfangszeiten seien sehr lehrreich gewesen. „Einmal kam ein Kunde mit einem Eimer voll Weißdorn und wir haben eine homöopathische Urtinktur hergestellt“, sagt Apfelbach.

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