Karin Mikolajczak

PTA: Mit 75 am HV Nadine Tröbitscher, 10.03.2017 15:14 Uhr

Berlin - Mit Liebe zum Beruf und Spaß an der Arbeit findet Karin Mikolajczak kein Ende in der Apotheke. Seit 57 Jahren steht sie an der Front und denkt gar nicht daran, ihren Ruhestand als Freizeit zu genießen. Schluss ist erst, wenn der Vorhang fällt – wie in der Oper. „Jeden Tag eine neue Herausforderung, sonst bekomme ich Demenz.“

Frauen fragt man nicht nach dem Alter – es ist aber kaum zu glauben, dass Karin Mikolajczak 75 Jahre ist. Mit großer Freude und stets gut gelaunt, steht sie den Kunden mit Rat und Tat zur Seite und mischt den Handverkauf auf. Ein Gespräch mit ihr ist eine Reise durch die Geschichte – auch durch die der Apotheke.

In Essen geboren und aufgewachsen wollte die PTA eigentlich Bibliothekarin werden. Aber die Stellen fehlten. Nie vergessen wird Mikolajczak die katholische Buchhandlung „Fredebeul und Koenen“. Hier gingen Priester ein und aus. Die junge Frau vergab damals die Stelle, denn Knicks und Ringküssen kamen für die Rebellin nicht in Frage. So kam sie „wie die Jungfrau zum Kind“ zur Lehre als Apothekenhelferin. In den zwei Jahren war die Barbara-Apotheke in Essen ihr Wirk- und Ausbildungsort. Auch wenn sie die ersten sechs Wochen nur Staub wischte, war auch diese Zeit lehrreich: „So wusste ich wenigstens wo alles steht, das Lager war ja anders als heute. Tabletten, Tropfen, Granulate – alles war nach Darreichungsform geordnet.“

In Essen hat sie ihr Highlight erlebt. Nie vergessen wird sie die neue Helferin. „Ganz unschuldig war die neue Kollegin. Ein Kunde wollte einen Gummischutz kaufen, die Kollegin fragte wie viel Meter es denn sein sollten. Ein Riesenlacher, denn sie hatte den Gummischutz mit einer Bettplatte verwechselt. Damals kam eigentlich der Chef persönlich, wenn der Kunde Kondome kaufen wollte und die Mädchen verschwanden.“

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