Apothekenhelferin

50 Jahre in derselben Apotheke: „Was soll ich denn zu Hause?“ APOTHEKE ADHOC, 31.01.2019 09:27 Uhr

Berlin - 1969: Willy Brandt wird Bundeskanzler, Neil Armstrong betritt als erster Mensch den Mond und Erna Bauerfeind beginnt in der Briloner Adler Apotheke zu arbeiten. Brandt und Armstrong sind längst tot, aber Bauerfeind steht immer noch am HV. In wenigen Wochen begeht sie ein seltenes Jubiläum: Seit einem halben Jahrhundert hält sie ihrer Offizin die Treue. Von Altersmüdigkeit ist bei ihr aber keine Spur, die Arbeit in der Apotheke findet sie heute besser denn je.

Wie lange Bauerfeind dabei ist, sieht man schon an ihrer Stellenbezeichnung: Sie ist Apothekenhelferin – ein Beruf, für den es laut Arbeitsagentur seit 25 Jahren keine Ausbildungsordnung mehr gibt. Noch bevor es überhaupt eine gab – die erste trat 1973 in Kraft – war Bauerfeind aber schon fertig mit ihrer Lehre: 1964 bis 69 lernte sie in der mittlerweile geschlossenen Löwen-Apotheke in Brilon. Den Job der Apothekenhelferin beschreibt sie als Mischung aus PKA und PTA: Sie habe im kaufmännischen Bereich gearbeitet, durfte aber auch unter Anleitung eines Approbierten Pillen, Salben oder Zäpfchen herstellen.

„Wir hatten damals einen alten Landarzt hier, der hat immer Abführpillen verschrieben“, erinnert sich die 69-Jährige. „Die mussten wir dann rollen und abmessen. Jede Pille musste ja das gleiche Gewicht haben. Das war, als ob wir in der Backstube sind.“ Doch auch pharmazeutisch musste sie fit sein, das lateinische Vokabular musste sitzen. „Wenn ich heute eine PKA kurz vor der Prüfung nach lateinischen Begriffen frage, kann mir doch keine antworten.“

Mitte Februar 1969 erhielt Brilon dann Zuwachs: Apotheker Johannes Stolze eröffnete die dritte Apotheke der Stadt im Sauerland. Am Umbau des alten Zigarettenladens zur Offizin waren Bauerfeinds Vater und Bruder, beide Maurer, beteiligt: „Mit meinen 19 Jahren wollte ich damals ja eigentlich lieber in die Stadt, in die große weite Welt“, denkt sie zurück. „Dann hat mein Vater aber ein bisschen mit dem Apotheker geklüngelt und kurz darauf hat der mich dann abgeworben.“ So landete sie zum 1. April 1969 in der Adler-Apotheke, in der sie heute noch steht.

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