Apothekerin gibt Tipps für mehr Wertschätzung

„Vollzeitkräfte sind erstrebenswert“

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Berlin -

Apotheken sind Betriebe mit einer hohen Quote an Teilzeitkräften. Das liegt auch daran, dass ein großer Anteil der Angestellten Frauen sind, die nach der Elternzeit gerne etwas kürzertreten. Doch auch die neue Generation an Approbierten, PTA oder PKA verlangt wegen der Work-Life-Balance mitunter nach einer Stundenreduzierung. Inhaberin Barbara Engel erklärt, wie sie ihr Team motiviert und deshalb kaum Teilzeit-Anfragen hat.

Seit mehr als 20 Jahren führt Engel die Sonnen-Apotheke im hessischen Künzell. 2005 übernahm sie die Biligrim-Apotheke. „Ich habe nur eine Teilzeitkraft“, sagt die Apothekerin und betont: „Vollzeitkräfte sind erstrebenswert“. Aus betrieblicher Sicht sei es beispielsweise sinnvoll, wenn die Angestellte, die morgens ein Arzneimittel bestellt habe, auch nachmittags vor Ort sei, wenn es abgeholt werde. Zudem ergäben sich manchmal Nachfragen im Tagesverlauf, die mit Vollzeitkräften Stunden später direkt geklärt werden könnten.

Um die Angestellten zu halten und das seit teilweise Jahrzehnten, sei es wichtig, Wertschätzung zu zeigen, sagt die 61-Jährige. „Das sind manchmal Kleinigkeiten. Wir sind hier ein echter Familienbetrieb. Ich frage am Montag, wie das Wochenende war und was meine Angestellten erlebt haben.“ Wenn es einen anstrengenden Notdienst gegeben habe, werde etwa Kuchen vorbeigebracht.

Engel sagt, sie kenne die Namen der Kinder, gratuliere zu Geburtstagen und biete ein 13. Monatsgehalt an. Dazu gebe es für besondere Leistungen einzelner Mitarbeiterinnen Boni, die ganz unterschiedlich ausfallen können. „Ich nehme teil und andersherum tun sie es auch.“ Dabei ist nicht alles Sonnenschein. „Manchmal werde ich auch garstig.“ Wichtig sei ihr die Ehrlichkeit gegenüber dem Team. „Das Leben ist Zuckerbrot und Peitsche – ich lobe natürlich auch.“

Engel kam 1989 als Angestellte in die Sonnen-Apotheke. Nach dem Tod des damaligen Inhabers stieg sie als 1991 Verwalterin und zwei Jahre später als Pächterin ein. 2020 kam ihr Sohn Christian Engel dazu, der die Filialleitung der Biligrim-Apotheke übernommen hat. Im April wurde die Turm-Apotheke als zweite Filiale übernommen.

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