Inhaberin feiert Jubiläum

„Meine Apotheke will man nicht mal geschenkt haben“ Hagen Schulz, 14.08.2019 11:56 Uhr

Berlin - Gemeinhin gilt das mecklenburgische Dabel nicht als der perfekte Ort, um eine Apotheke zu eröffnen. Schließlich hat die knapp 40 Kilometer von der Landeshauptstadt Schwerin entfernte Gemeinde nur rund 1400 Einwohner – und damit eigentlich zu wenige, um dort einen rentablen Apothekenbetrieb zu führen. Grit Kamphausen wagte den Schritt dennoch und feiert nun ihr 25-jähriges Jubiläum als Inhaberin der Storchen-Apotheke.

Von Berlin nach Dabel: Viel größer könnte der Kontrast kaum sein. Nach ihrem Pharmazie-Studium in Greifswald zog es Kamphausen zunächst für vier Jahre in die deutsche Hauptstadt. Als ihr Mann, gelernter Diplom-Ingenieur für digitale Informationstechnik dort keine Anstellung fand, suchten die beiden nach einer neuen Heimat. Zur Auswahl standen Kamphausen die Arbeit in einer Rostocker Apotheke oder eben die Storchen-Apotheke in Dabel zu übernehmen. „Ein Studienkollege von mir wollte die Apotheke verkaufen. Ich konnte mir es erst nicht vorstellen, sie zu übernehmen. Aber zusammen mit meinem Mann habe ich mich dann doch dafür entschieden“, erinnert sich Kamphausen.

25 Jahre ist das jetzt her und Kamphausen führt die Storchen-Apotheke allen Widrigkeiten zum Trotz. Sie ist nicht nur die Inhaberin, sondern auch die einzige Apothekerin im Betrieb. Angestellt sind außerdem noch eine PTA in Vollzeit und zwei PTA in Teilzeit. „Mein Mann hilft außerdem bei der Büroarbeit. Im Team können wir alles ganz gut schaffen“, freut sich Kamphausen. Während sie in der Offizin stand, übernahm ihr Ehemann zudem viel Arbeit beim Großziehen der drei Kinder. Um die Öffnungszeiten komplett abzudecken, reichen in der Landapotheke 50 Wochenstunden, in Notdienstwochen steht Kamphausen nach eigenen Angaben 71 Stunden parat.

Nur wenn sie mal in den Urlaub fuhr, organsierte Kamphausen eine Vertretung für ihre Apotheke. Krank wurde sie in den 25 Jahren nie. Allerdings, merkt die Apothekerin an, habe die Arbeit schon geschlaucht. Gerade die Politik mache es ihr nicht einfach. „Es ist viel mehr Aufwand geworden und das für nichts“, stöhnt Kamphausen über die zahlreichen neuen bürokratischen Hürden, die in den vergangenen Jahren hinzukamen. „Wenn es so weiter geht, werden nur große Apotheken und Apothekenketten überleben“, ist die Apothekerin wenig optimistisch für die Zukunft.

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