Ruhestand mit 73

„Die Kollegen wollen auch ihr Auskommen haben“ Torsten Bless, 08.09.2018 09:30 Uhr

Berlin - Stolze 50 Jahre stand Hans-Jürgen Hulsch in der Offizin im sachsen-anhaltinischen Aschersleben. Der Dienst am Patienten habe ihn immer viel Freude gemacht. Doch mit 73 sei es Zeit zu gehen, bevor „ich nur noch für Essen und Trinken arbeite“.

Der Abschied von den Kunden fiel ungeahnt schwer. Viele von ihnen kennt Hulsch bereits, seit er 1982 das Zepter in der Apotheke übernahm. Am 31. August gaben sie sich die Klinke in die Hand. „Da haben wir schon einige Taschentücher verbraucht“, bekennt Hulsch. „Wir hätten nie gedacht, dass das so emotional wird.“

Das Datum für die Schließung wählte er mit Bedacht: Fast auf den Tag genau vor 50 Jahren, am 1. September 1968, begann seine Ascherslebener Pharmazeutenkarriere als Angestellter der Krügerschen Apotheke. „Dank Vererbung war sie einer der wenigen privat geführten Betriebe der DDR“, erzählt er. „14 Jahre später ging die Leiterin der staatlichen Linden-Apotheke wie damals üblich mit 60 Jahren in Rente.“ Hulsch übernahm die Nachfolge und blieb. Immer zur seiner Seite stand ihm seine Frau Gitta, eine Apothekenfacharbeiterin, die noch zu DDR-Zeiten eine wissenschaftliche Qualifizierung zur pharmazeutischen Assistentin absolvierte. Die Ascherslebener Apotheken waren damals in einem „Pharmazeutischen Zentrum“ zusammengefasst. Jede einzelne von ihnen hatte ihr Spezialgebiet. „Die Linden-Apotheke stellte Salben für den gesamten Kreis her“, erinnert sich Hulsch. „Zweieinhalb Tonnen kamen da im Jahr zusammen.“

Mit der Vereinigung 1990 änderten sich die Marktverhältnisse schlagartig. Mit jetzt 46 Jahren stellte sich der einstige staatliche Angestellte den Herausforderungen einer privaten Selbstständigkeit. Er kaufte die Apotheke von der Treuhand und das Haus von der Stadt. „Auch die anderen Apotheken wurden nach und nach privatisiert und fertigten fortan ihre eigenen Rezepturen nach den individuellen Patientenbedürfnissen an.“ Der neue Besitzer baute aufwändig um. Die Offizin wurde großzügig und barrierefrei erweitert. Die Salbenproduktion verwandelte sich in eine Wohnung, hier zogen die Hulschens ein. Im Mai 1992 feierte das Ehepaar die Neueröffnung.

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