Adler-Apotheke in Kusel muss schließen

„Ich dachte, ich bleibe hier Apotheker bis zur Rente“ Silvia Meixner, 05.12.2018 14:57 Uhr

Berlin - Mit großem Elan übernahm Marco Sander gleich nach dem Studium die Adler Apotheke im rheinland-pfälzischen Kusel. Zum Jahresende muss er nach 16 Jahren schließen. Vier Apotheken in einer Straße sind für den 5000-Einwohner-Ort einfach zu viel.

„Ich dachte, ich bleibe hier Apotheker bis zur Rente“, sagt er. Doch das Leben machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Er zählt das mittlerweile branchentypische Potpourri auf, das ihn nach Jahren des zähen Durchhaltens zum Schließen bewog. „Gesundheitsreform, Baustellen, Geschäftsschließungen, all das hat die Kundenfrequenz reduziert“, sagt Sander.

Kusel ist die zweitkleinste Kreisstadt Deutschlands und zieht viele Besucher und Kunden aus dem Umland an. Das bedeutet zwar, dass es Platz für durchaus mehr als zwei Apotheken gibt. Vier allerdings scheinen am Ende dann doch zu viel gewesen sein. „Es gibt hier Behörden, Schulen, Fachärzte, aber alles ist rückläufig“, erklärt der Apotheker.

Die Entscheidung fiel, als feststand, dass er demnächst ein neues EDV-System brauchen würde. Stichwort Securpharm. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, am 9. Februar wird das System zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit scharf gestellt. „Das neue EDV-System hätte über 10.000 Euro gekostet, dazu kommen in den ersten fünf Jahren Wartungskosten von rund 80.000 Euro.“ Zu viel für die kleine Apotheke. Am 31. Dezember wird sie offiziell geschlossen. Schon am Wochenende davor kommen Freunde und Familie und räumen die Offizin. „Das meiste wird wohl auf dem Sperrmüll landen“, sagt Sander. Es handle sich um ausgediente Einrichtungsgegenstände aus den 80er-Jahren.

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