Apothekenschließung

„Der Nachwuchs hat Angst“ Torsten Bless, 13.03.2018 15:02 Uhr

Berlin - Mit 76 Jahren geht Brigitte Lünemann am 15. März in den Ruhestand. Gerne hätte sie ihre gut laufende Lamberti-Apotheke in Münster in jüngere Hände gegeben, doch die nachwachsende Generation habe zunehmend Angst vor der Verantwortung, meint sie.

Die gebürtige Innsbruckerin bringt es mittlerweile auf 54 Dienstjahre. „Nach der Approbation musste ich mir erst einmal meine Sporen als Angestellte und Apothekenleiterin verdienen.“ Der Liebe wegen zog es sie nach Münster. Am 3. Januar 1972 eröffnete Lünemann hier die Apotheke am Alten Fischmarkt. „Mein Mann war Kaufmann, er hat mir alles beigebracht, was ich über die Verwaltung wissen musste.“

Nach fast vier Jahrzehnten musste sie den vertrauten Standort aufgeben. „Die Mieten in dieser Lage waren so explodiert, dass sich die Apotheke nicht mehr rentiert hätte.“ Im März 2011 fand sie ein nur 150 Meter entferntes Objekt, der Preis sei gerade noch akzeptabel gewesen. Neun Monate noch führte sie beide Apotheken nebeneinander, ab Januar 2012 konzentrierte sich Lünemann nur noch auf die Lamberti-Apotheke.

Ein Aufhören sei für sie auch als damals bereits 70-Jährige nicht infrage gekommen, berichtet sie. „Mein Mann war gerade gestorben, wenn ich nicht weitergemacht hätte, wäre ich in ein schwarzes Loch gefallen.“ Zum Glück sei sie auf die Einnahmen nicht angewiesen gewesen. „Mein Mann hatte meine Altersvorsorge schon geregelt.“

APOTHEKE ADHOC Debatte