Farchant

Erben wollen Apotheke nicht – Approbierte springt ein Torsten Bless, 09.09.2017 09:09 Uhr

Berlin - Nach kurzer schwerer Krankheit starb im Mai der Besitzer der einzigen Apotheke im bayerischen Farchant. Eine junge Apothekerin aus dem Team hat die Nachfolge von Anton Zeller übernommen, doch zuvor galt es, viele Hürden aus dem Weg zu räumen.

Zeller war am 7. Mai im Alter von nur 54 Jahren verstorben. „Das war für uns alle eine schwere Zeit, aber das ganze Team hat fest zusammengestanden, eine für die andere“, erzählte Sabine Weiß, seit 2010 als Apothekerin hier angestellt. Der Betrieb musste weitergehen, das stand auch für Dr. Gisela Waeckerle, die zweite Approbierte im Team, und alle anderen Mitarbeiterinnen fest. Schließlich ist die Alpspitz-Apotheke die einzige am Ort. Nicht nur von den Einwohnern der 3600-Seelen-Gemeinde werde sie rege genutzt. „Zu uns kommen viele Touristen, die im Umland von Garmisch-Partenkirchen Urlaub machen.“

Doch weitermachen war einfacher gesagt als getan. „Wir wussten nicht, wer für uns zuständig ist“, berichtet Weiß. „Wir haben sämtliche Ämter abgeklappert.“ Die Betriebserlaubnis für die Apotheke galt nur für Eigentümer Zeller und erlosch automatisch mit seinem Tod. Ein Erbe ließ sich so schnell nicht ermitteln.

„Der Großhandel belieferte uns nicht mehr mit Medikamenten und Hilfsmitteln, weil die Verträge nicht mehr gültig waren", berichtete Weiß. Das Landratsamt verfügte die Schließung, weil es die Arzneimittelsicherheit gefährdet sah. Schließlich lagerten in der Apotheke Medikamente und Gefahrstoffe, die nun niemandem mehr gehörten.

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