Farchant

Apotheker stirbt, Team rettet Apotheke Torsten Bless, 27.06.2017 10:01 Uhr

Berlin - Nach kurzer schwerer Krankheit stirbt der Besitzer der einzigen Apotheke im bayerischen Farchant. Sein Team will den Betrieb aufrechterhalten, doch bis zur Wiedereröffnung mussten erst viele juristische Hürden aus dem Weg geräumt werden. Wer erbt, ist nach wie vor unklar.

„Mit unglaublichen Elan hat er seine Apotheke geführt, das war sein Baby“, erinnert sich Mitarbeiterin Dr. Gisela Waeckerle an ihrem Chef. Am 7. Mai starb Anton Zeller nach einer kurzen, schweren Krankheit im Alter von nur 54 Jahren. „Das war für uns alle eine schwere Zeit, aber das ganze Team hat fest zusammengestanden, eine für die andere“, ergänzt Kollegin Sabine Weiß. Sie ist seit 2010 in der Apotheke, Waeckerle kam ein Jahr später dazu. Für die beiden Approbierten und auch für den Rest des Teams stand felsenfest: Der Betrieb muss weitergehen. Schließlich ist die Alpspitz-Apotheke die einzige in Farchant. Nicht nur von den Einwohnern der 3600-Seelen-Gemeinde werde sie rege genutzt. „Zu uns kommen auch viele Touristen, die im Umland von Garmisch-Partenkirchen Urlaub machen.“
Doch weiterzumachen, war einfacher gesagt als getan. „Wir wussten nicht, wer für uns zuständig ist“, berichtet Weiß. „Wir haben sämtliche Ämter abgeklappert.“ Die Betriebserlaubnis für die Apotheke galt nur für Eigentümer Zeller und erlosch automatisch mit seinem Tod. „Wir haben so lange weitergemacht, bis uns der Hahn zugedreht wurde“, sagt Weiß. „Der Großhandel belieferte uns nicht mehr mit Medikamenten und Hilfsmitteln, weil auch die Verträge nicht mehr gültig waren. Das Landratsamt verfügte die Schließung, weil es die Arzneimittelsicherheit gefährdet sah. Schließlich lagerten in der Apotheke Arzneimittel und Gefahrstoffe, die nun niemandem mehr gehörten.“

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