Para-Dressurreiten

Bronze dank Apothekenverwalter Silvia Meixner, 14.10.2018 14:50 Uhr

Berlin - Gerade sind die Para-Dressur-Reiterin Elke Philipp und ihr Hengst Fürst Sinclair aus den USA zurückgekehrt. In Tryon im US-Bundesstaat North Carolina haben sie an den Weltreiterspielen 2018 teilgenommen und einen sensationellen Erfolg errungen: Das Team der deutschen Para-Dressurreiter gewann die Bronzemedaille. Dass sie überhaupt teilnehmen konnte, war nicht selbstverständlich: Ihr Mann Werner, ein Apotheker aus dem bayerischen Treuchtlingen, starb im April. Plötzlich stand sie allein mit der Rathaus-Apotheke da. Ein Kollege sprang spontan als Verwalter ein.

Seitdem kämpft sie um den Erhalt des Unternehmens. Und oft auch mit den Tränen. Die sie sogleich tapfer trocknet und sich entschlossen den Widrigkeiten des Lebens entgegenstemmt. Philipps‘ Antrieb war dabei der Ratschlag, den ihr Mann ihr vor seinem Tod mit auf den Weg gegeben hat. „Er hat immer gesagt, mach‘ weiter, du wirst das schaffen“, sagt sie. Er hat sie in ihrem Sport immer unterstützt, ist zu Wettkämpfen mitgefahren, hat mitgefiebert und war bei den vielen Siegen, die sie errungen hat, vermutlich der Stolzeste im Publikum.

Im Alter von 20 Jahren erkrankte Elke Philipp an einer Hirnhaut- und Kleinhirnentzündung. Seitdem lebt die Para-Dressur-Reiterin mit Beeinträchtigungen ihres Bewegungsapparates, geht an Krücken und hat einen permanenten Luftröhrenschnitt.

„Mein Mann hat nie meine Behinderung gesehen“, sagt sie. „Er hat mich als Menschen gesehen.“ Das tun nicht alle, neugierige Blicke, was die Frau, die an Krücken geht, wohl hat, sind an der Tagesordnung. „Viele schrecken zurück, wenn sie mich sehen.“ Sie lebt nach der Devise: „Eine Behinderung ist nur eine besondere Herausforderung, die gemeistert werden muss.“

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