Interessierte Schüler, aber keine Pharmazie-Uni

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Berlin - Der Fachkräftemangel spitzt sich insbesondere in den Regionen zu, in denen es keine Pharmazie-Studienorte gibt. Einer davon ist Brandenburg. Die ansässige Landesapothekerkammer (LAK) setzt sich seit Jahren vergeblich dafür ein, dass auch in diesem Bundesland Apotheker ausgebildet werden können. Daran wird sich voraussichtlich vor 2025 auch nichts ändern. So bleibt der Apothekervertretung nur, vor Ort in Schulen für den Berufsstand zu werben.

Die Personalknappheit in Apotheken spüren Inhaber, die einen Nachfolger oder Verstärkung für ihr Team suchen. In Brandenburg ist die Situation zusätzlich kritisch, weil hier – wie auch in Bremen – nicht die Möglichkeit besteht, Pharmazie zu studieren. Vor Ort werden damit keine Apotheker ausgebildet, die dann direkt eine Stelle suchen. Apotheker, die zwangsläufig in anderen Bundesländern studieren, nicht zurück und stehen nicht für eine Anstellung in der Heimat bereit.

Kürzlich wurde diskutiert, einen neuen Standort an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) zu errichten. „Die Thematik wurde zwar vom Wissenschaftsministerium (MWFK) im Rahmen der Haushaltverhandlungen avisiert, sie ist dann aber im Rahmen der Haushaltsverhandlungen wegen Nichtfinanzierbarkeit fallen gelassen worden. Die Entscheidung, die zusätzlichen Mittel für einen Pharmaziestudiengang nicht aufzunehmen war das Ergebnis der regierungsinternen Abstimmung und steht damit im Einklang mit früheren Entscheidungen der Landesregierung, die Einrichtung eines Pharmaziestudienganges nicht vor 2025 vorzusehen”, erklärt eine Sprecherin des Finanzministeriums Brandenburg.

„Für Inhaber ist es in Brandenburg schwer, Personal zu finden. Apothekenmitarbeiter sind Goldstaub”, sagt Bettina Greinke von der LAK Brandenburg. Deshalb arbeite die Kammer eng mit der Arbeitsagentur und auch mit dem Berufsinformationszentrum (BIZ) zusammen. „Beispielsweise schulen wir Mitarbeiter der Arbeitsagentur in brandenburgischen Apotheken und werben im Schülerkalender der Arbeitsagentur.” In erster Linie seien allerdings Schüler die Zielgruppe: „Seit mehreren Jahren sind wir auf Bildungsmessen in Cottbus, Frankfurt (Oder), Prenzlau und Potsdam vertreten und nehmen jährlich rund zehn Termine wahr. Im vergangenen Jahr hatten wir rund 300 Gespräche mit interessierten Schülern. Dieses Jahr lag die Zahl bei über 400. Unser Ziel für das kommende Jahr ist es, auf den Messen noch mehr junge Menschen zu erreichen.”

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