PTA-Beruf wird 50

„Wir waren die zweite Charge“ APOTHEKE ADHOC, 16.03.2018 09:37 Uhr

Berlin - Happy Birthday PTA: Am 18. März feiert der Beruf seinen 50. Geburtstag. Karin Mikolajczak ist eine von etwa 66.000 PTA in deutschen Apotheken. Sie ist PTA der ersten Stunde und hat die zweite Klasse am Berliner Lette Verein besucht. Aufhören ist noch immer keine Option.

„Wir waren 1972 die zweite Charge am Lette Verein in Berlin und die wohl aufmüpfigste Klasse überhaupt. Die Lehrer hatten es schwer mit uns. Wir haben so manchen zur Weißglut getrieben“, erinnert sich Mikolajczak. Etwa 25 Schülerinnen und einen Schüler galt es für die Lehrer zu zähmen. Allesamt waren gestandene Persönlichkeiten mit viel Lebenserfahrung. „Wir waren fast alle Helferinnen, hatten Kinder und waren verheiratet oder schon geschieden. Nur etwa drei hatten gerade erst das Abitur gemacht.“

Die Ausbildung dauerte schon damals zwei Jahre, gefolgt von einem Praktikum. Bezahlen musste man für die Schule 1972 noch nichts, verdient wurde aber auch nichts. Bis etwa 17 Uhr wurde die Schulbank gedrückt, da war es schwer, Ausbildung und Familie unter einen Hut zu bringen. Mikolajczak hatte einen Mann und einen zehnjährigen Sohn zu versorgen und trug nebenher mit einer kleinen Stelle zum Lebensunterhalt der Familie bei. „Hätten wir nicht unsere Partner oder Eltern gehabt, wäre die Ausbildung nicht drin gewesen.“

Mikolajczak war auf die PTA-Ausbildung gut vorbereitet. In Essen hatte sie die Lehre zur Apothekenhelferin absolviert. Die Barbara-Apotheke war ihre Wirk- und Ausbildungsstätte. „Wir wurden wie die Vorexaminierten ausgebildet und arbeiteten in Handverkauf und Labor.“ Dennoch musste Mikolajczak sich in der PTA-Ausbildung auf den Hosenboden setzen. „Ich war lange aus der Schule raus und musste das Lernen lernen. Aber wir waren eine tolle Klasse mit viel Zusammenhalt und haben uns zusammen durchgekämpft.“ Zu den Mitschülern hat sie noch heute Kontakt. Gemeinsame Treffen finden regelmäßig statt, wobei Mikolajczak die Einzige ist, die noch aus der Praxis erzählen kann, denn noch immer mischt sie den Apothekenalltag auf.

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