„Nicht jede PTA will mehr Verantwortung“

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Berlin - Der PTA-Beruf soll attraktiver werden – darüber sind sich die Beteiligten einig. Wie dies geschehen soll, spaltet jedoch Politik, Ausbilder und Angestelltenvertreter. Burkhard Pölzing, Leiter der Völker-Schule Osnabrück und Apotheker hält eine Kompetenzerweiterung für PTA für einen wichtigen Meilenstein bei diesem Ziel. Er spricht sich für eine Zusatzschulung nach der Ausbildung aus – auch als Chance für Apotheken.

Der Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zum PTA-Reformgesetz sieht vor, dass erfahrene PTA ohne Aufsicht eines Apothekers selbstständiger arbeiten dürfen. Diese Ausweitung der Kompetenz soll an bestimmte Voraussetzungen wie die Abschlussnote „gut“ und drei Jahre Berufserfahrung geknüpft sein. Laut Entwurf soll der Inhaber dann ganz oder teilweise auf die Beaufsichtigung der PTA verzichten können.

Auch der Bundesrat stellte vergangene Woche fest, dass die Kompetenzerweiterung für PTA ein wichtiger Schritt in Richtung eines modernen Berufsbildes sei. In seiner Abschlussempfehlung mahnte er jedoch zu einer nochmaligen kritischen Prüfung des Punktes – unter anderem, weil die Ausbildung generell nicht erweitert und auch nicht unter Berücksichtigung einer aktuellen berufspädagogischen Entwicklung angepasst wurde.

Pölzing hält den Vorschlag des BMG nicht für zielführend. Er schlägt stattdessen vor, für fertig ausgebildete PTA einen Zusatzlehrgang anzubieten. Nach der zweieinhalbjährigen Ausbildung sollten sie die Chance einer „optionalen Aufstiegsqualifzierung“ in Form eines Kurses an der PTA-Schule erhalten. „Nicht jede PTA will eine Kompetenzerweiterung und mehr Verantwortung“, sagt der Schulleiter.

Die Ausbildung werde dadurch für diejenigen attraktiver, die sich Aufstiegsmöglichkeiten wünschten, so Pölzing. Die Zusatzschulung könnte ein halbes Jahr dauern und vollschulisch oder über einen längeren Zeitraum berufsbegleitend angeboten werden. Die Attraktivität einer nebenberuflichen Schulung sei nicht zu unterschätzen, betont er. Denn dadurch behielten die PTA weiter einen Fuß in der Apotheke und gleichzeitig würden die Weichen für eine Kompetenzerweiterung gestellt.

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