„SPD und Adexa bedrohen die Apotheke“

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Berlin - Die Reform der PTA-Ausbildung geht in die entscheidende Phase. Die Lager sind gespalten. Während die einen für eine dreijährige Ausbildung sind, sehen andere dadurch Apotheken bedroht. Einer davon ist Pharmazeut und Schulleiter Burkhard Pölzing.

Der PTA-Beruf soll attraktiver werden. Darin sind sich die Beteiligten aus Politik und Praxis einig. Doch das „wie“ könnte zu Streit führen. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) will beispielsweise keine Verlängerung der Ausbildungsdauer – Bundesrat, Adexa und der Bundesverband Pharmazeutisch technischer Assistenten (BVpta) dagegen schon. Auch die SPD meldete Änderungswünsche an. Am Mittwoch treffen sich die Gesundheitspolitiker der Koalitionsfraktion zur abschließenden Beratung im Gesundheitsausschuss. Am Tag darauf soll das Gesetz von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Bundestag beschlossen werden.

Pölzing mahnt, dass „weniger die Ausbildungsdauer, sondern vielmehr die finanzielle Aufwertung der Leistungen von PTA und die Schaffung einer beruflichen Aufstiegsperspektive“ entscheidend für die Attraktivität des Berufs seien. Der Schulleiter ärgert sich über die Wünsche der Angestelltenvertreter und der SPD. Die Forderung nach drei Jahren kann er nicht nachvollziehen: „Gerade die Beibehaltung der zweijährigen Schulzeit mit einem halbjährigen Apothekenpraktikum ist für junge Menschen attraktiv, da sie schneller im Berufsleben ankommen.“

Der Leiter der Völker-Schule in Osnabrück sieht in Praktikumsblöcken statt der halbjährigen Praxiszeit nach der Schule keinen Mehrwert für Auszubildende oder Apotheken: „Leider ist die Argumentation von SPD und Adexa wenig sachorientiert, leichtsinnig und eine Bedrohung für die Personalsituation der Apotheken vor Ort, insbesondere im ländlichen Bereich, in Krankenhausapotheken sowie Versandapotheken.“ Durch die von der SPD vorgeschlagenen vielen wechselnden Apothekenpraktika würden mehr Apotheken benötigt, als im Umfeld der PTA-Schulen vorhanden seien. Landapotheken würden kaum PTA-Praktikanten bekommen, befürchtet er. „Die Apotheke wird zum Flaschenhals der PTA-Ausbildung.“ Zudem führe eine dreijährige Ausbildung bei gleichbleibender Ausbildungskapazität der PTA-Schulen zu 20 Prozent weniger ausgebildeten PTA jährlich – es sei denn, es würden zusätzlich 50 Prozent neue Schulen gegründet.

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