15 Absolventinnen und Absolventen

PTA-Schule Trier: „Wir würden gerne mehr Menschen ausbilden“

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Berlin -

Die Trierer Gesundheitsfachschule für PTA verabschiedete in diesem Jahr gerade einmal 15 Absolventinnen und Absolventen. Schulleiterin Anke Jacobs nennt mögliche Gründe dafür, warum die Bewerberzahlen an ihrer Schule stetig gesunken sind.

„Pro Jahr entlassen wir ungefähr 25 fertige PTA, manchmal auch 30“, so Jacobs. Mit den Jahren wurden es zwar immer weniger Absolventinnen und Absolventen, allerdings „haben sie alle im Anschluss an ihre Ausbildung einen Job und gehen zu mindestens 90 Prozent in die öffentliche Apotheke“.

Einige PTA entscheiden sich sofort für ein anschließendes Studium. „Beim aktuellen Jahrgang ist es eine Absolventin, die anderen möchten erstmal in die Apotheke, um dort ihre Erfahrungen zu machen.“

Apotheken warten auf Absolventinnen

In der Schule hängen Apotheken regelmäßig Jobangebote aus. „Sie warten auf unsere PTA und empfangen sie mit offenen Armen“, freut sich Jacobs. Zwar sei die Ausbildung hart, das bestätigen Schülerinnen und Schüler immer wieder, aber es lohne sich. „Unsere Auszubildenen fühlen sich bei uns gut betreut, und auch die Rückmeldungen der Apotheken an uns sind sehr positiv. Unsere PTA werden gerne eingestellt“, freut sich die Schulleiterin.

Sowohl die Qualität der Ausbildung als auch der Lernenden stehen in der Schule im Fokus. „Deshalb müssen wir Bewerbenden – oder auch Auszubildenden – unter Umständen sagen, dass die Ausbildung zum gegebenen Zeitpunkt nicht der richtige Weg ist.“ Zwar warten die Apotheken auf die PTA, dennoch werde niemand durch die Ausbildung „geschleust“.

„Wenn jemand nicht rechnen kann und planlos in der Rezeptur steht, besteht er die Ausbildung natürlich nicht. Dafür ist der Beruf viel zu verantwortungsvoll“, stellt Jacobs klar. Zwar arbeiten PTA nach wie vor unter Aufsicht, und sicherlich würde die ein oder andere Fachkraft mehr dem Markt gut tun. „Aber PTA ist und bleibt eine anspruchsvolle Fachausbildung. Eine gewisse Kompetenz muss einfach da sein. Die Apotheken verlassen sich auf uns als Schule.“

Bewerberzahlen massiv gesunken

Das positive Feedback schlägt sich nicht notwendigerweise in den Bewerbungszahlen nieder. „Das liegt auch an unserer geographischen Lage. Wir liegen in Trier direkt am Rand der Grenze zu Luxemburg.“ Aus dem Nachbarland besuchen nur vereinzelt Auszubildenen ihre Schule, die sich letztlich nicht in Deutschland bewerben. „Darüber hinaus sind wir umgeben von vielen Bergen. Damit sind wir leider kein strukturstarkes Gebiet, und das bestätigt sich in den Bewerberzahlen.“

Als staatliche Schule hat die PTA-Schule in Trier ihren Bewerbervorteil, schulkostenfrei zu sein, durch die PTA-Reform, die 2023 in Kraft trat, eingebüßt. In den letzten Jahren gingen, mutmaßlich auch deshalb, die Anmeldungen an der PTA-Schule deutlich zurück, berichtet die Schulleiterin. „Wir tauschen uns mit den anderen Schulen in Rheinland-Pfalz aus. Die, die strukturstrategisch besser angebunden sind, haben zwar mehr Bewerberinnen und Bewerber. Die Zahlen sind über die Jahre aber insgesamt, teils massiv, zurückgegangen.“

In den letzten zwei Jahren konnten die maximal 50 Ausbildungsplätze nicht mehr vollständig vergeben werden. „Wir würden gerne mehr Menschen ausbilden“, erklärt Jacobs.

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