Bundesrat

PTA-Reform: Jetzt droht Vermittlungsausschuss  Lothar Klein, 27.11.2019 12:41 Uhr

Berlin - In der kommenden Woche starten im Bundesrat die Schlussberatungen zur PTA-Reform. Der Gesundheitsausschuss der Länderkammer wird am Mittwoch seine Beschlussempfehlung für die Ministerpräsidenten verabschieden. Voraussichtlich am 20. Dezember fällt dann die Entscheidung im Plenum des Bundesrates. Noch sind die Vorbereitungen der Gesundheitsminister der Länder nicht abgeschlossen. Allerdings zeichnet sich ab, dass die Länder an ihrer Forderung nach dreijähriger Ausbildungszeit und Aufwertung der PTA-Kompetenzen festhalten. Dann würde die PTA-Reform im Vermittlungsausschuss landen, weil das Gesetz zustimmungspflichtig ist.

Wie aus den Gesundheitsministerien mehrerer Länder zu hören ist, halten die Gesundheitsminister an ihren Kernpositionen fest: Die Ausbildungsdauer soll auf drei Jahre verlängert und die PTA-Kompetenzen ausgeweitet werden, um den Beruf angesichts des Mangels an Bewerbern attraktiver zu machen. So hatten sich der Gesundheitsausschuss des Bundesrates bereits im ersten Durchgang der Beratungen zum PTA-Reformgesetz positioniert. Die Länderforderung nach einer Ausbildungsvergütung von Beginn an soll allerdings nicht weiterverfolgt werden, heißt es.

„Mit dem Gesetzentwurf soll den deutlich veränderten Aufgabenschwerpunkten von PTA in Apotheken Rechnung getragen werden, die auch Folge einer veränderten Personalstruktur bei pharmazeutischem Personal in öffentlichen und Krankenhausapotheken ist“, hieß es bereits in der ersten Beschlussempfehlung der Ländergesundheitsminister. Daher sei eine Ausweitung der Kompetenzen erforderlich, um die Attraktivität des Berufes zu steigern. Möglich sei dies nur mit einer adäquaten, kompetenzorientierten Ausbildung von mindestens drei Jahren. Der Stundenumfang sollte mindestens 4200 Stunden – aufgeteilt in mindestens 3000 schulische Ausbildungsstunden und mindestens 1200 praktische Ausbildungsstunden – umfassen. Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung sei entsprechend anzupassen, forderten der Gesundheitsausschuss. Union und SPD konnten sich nicht auf eine Verlängerung der Ausbildungszeit verständigen. Als Kompromiss soll stattdessen frühestens 2028 die PTA-Ausbildung erneut auf den Prüfstand kommen.

Während die Länder allen PTA eine Ausweitung der Kompetenzen und somit einen Wegfall der Aufsichtspflicht ermöglichen wollen, setzt sich das BMG für eine Aufsichtspflicht ein. Aus Sicht der Länder kann die Pflicht zur Beaufsichtigung von PTA bei der Ausführung pharmazeutischer Tätigkeiten entfallen, wenn der Apothekenleiter nach schriftlicher Anhörung des PTA Art und Umfang der pharmazeutischen Tätigkeiten schriftlich oder elektronisch festgelegt hat, für die die Pflicht zur Beaufsichtigung entfällt. Eine Ausnahme sind jedoch die Herstellung von Parenteralia, das patientenindividuelle Stellen oder Verblistern von Arzneimitteln sowie die Abgabe von Betäubungsmitteln und Arzneimitteln mit den Wirkstoffen Lenalidomid, Pomalidomid oder Thalidomid und von Arzneimitteln – diese Tätigkeiten sollen von der Aufsichtspflicht nicht befreit werden.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Markt

Generikahersteller

Neuraxpharm: Easy in Österreich»

Geschwärzte Zulassungsanträge

EuGH: Hersteller muss Studien herausgeben»

Versandapotheken

Zur Rose: Zum eRezept verdammt»
Politik

BÄK und KBV in Brüssel

Lieferengpässe: Ärzte fordern europäisches Register»

EU-Dachverband

Parallelimporteure: Neue Studie, neuer Name»

BMG schweigt zur Datengrundlage

Studie zur Preisbindung: Gabelmann kritisiert Geheimniskrämerei»
Internationales

Absprachen zu Generika

Pay-for-Delay: EuGH macht ernst»

Apothekenketten

Pessina: Nicht jede Apotheke wird überleben»

Lungenschäden

E-Zigaretten: Zahl der Toten steigt»
Pharmazie

Intravitreale Injektionen

Eylea: Bayer plant Fertigspritze»

Änderung des Lebensstils

Diabetes: Bewegung ersetzt Arzneimittel»

Hautkrebsrisiko

Leo Pharma ruft Picato zurück»
Panorama

Impfallianz Gavi

Impfstoff gegen Coronavirus wohl frühestens in einem Jahr»

WHO sieht keinen Notfall

Lungenkrankheit: China kappt Verkehr aus Wuhan – neue Infektionen»

Bayern

Ärztekammer-Vize: „Heilpraktiker ohne Existenzberechtigung”»
Apothekenpraxis

Lieferengpässe und Rechenfehler

Cannabisrezepturen: Kassen retaxieren wild drauf los»

Dagmar Fischer als neue DPhG-Präsidentin

„Apotheken werden sich verändern“»

Digitale Sichtwahl

11 Apothekenmotive gegen DocMorris & Co»
PTA Live

Anpassung des Packmittels nach NRF

Tilray: Vollspektrum in neuer Verpackung»

Neue PTA-Schule in Rheinfelden

„Der Bedarf an PTA ist groß“»

Völkerschule Osnabrück

Individueller Wiedereinstieg für PTA»
Erkältungs-Tipps

Erkältungs-Tipps

Wenn die Erkältung fortschreitet: Produktiver Husten»

Erste Erkältungsanzeichen

Darum lohnt es sich früh zu handeln»

Erkältungssymptome

Erste Erkältungs-Etappe: Trockener Husten»
Magen-Darm & Co.

Krebserkrankungen

Darmkrebs: 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr»

Krebserkrankungen

Magenkrebs: Wenn die Mitte des Körpers erkrankt»

Von fremden Bakterienstämmen profitieren

Stuhltransplantation: Chancen für Kolitis-Patienten»
Kinderwunsch & Stillzeit

Erkältet in der Schwangerschaft

Der gewisse Push für das Immunsystem»

Schwangerschaftsrisiken

Eileiterschwangerschaft: Gefährliche Fehleinnistung»

Fitness in der Schwangerschaft

Mit Pilates durch die Schwangerschaft»