BMG-Datenaffäre

Das Treffen, der Anruf und viele Widersprüche Alexander Müller, 23.02.2018 16:40 Uhr

Berlin - Im Prozess um die Datenaffäre des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) wurde heute vor dem Landgericht Berlin einer der Hauptzeugen befragt – die Ex-Frau des beklagten ehemaligen IT-Mitarbeiters des BMG. Die Verhandlung dauerte rund sechs Stunden, auch weil sich die Zeugin in Widersprüche verstrickte.

Die Zeugin will bei der ersten Datenübergabe zwischen dem IT-Administrator H. und dem damaligen ABDA-Sprecher Thomas Bellartz dabei gewesen sein. Ihrer Aussage nach hat sie im Auto gewartet, während ihr damaliger Mann eine CD übergeben wollte. Bei der Befragung stellte sich allerdings heraus, dass sie – anders als in bisherigen Vernehmungen behauptet – die Übergabe doch nicht selbst gesehen hatte. Mehr noch: Bellartz will sie zwar später auf einem Foto bei der Polizei wiedererkannt haben, aber nachdem sie ihn mehrfach im Fernsehen gesehen hatte.

Nach ihrer Kenntnis seien die Daten für den Apothekerverband bestimmt gewesen. Auf wessen Initiative der vermeintliche Datenklau zurückging, konnte sie nicht sagen: Ihr Mann sei aber dem Geld immer „hinterher gewesen“.

Keine genauen Angaben konnte sie zu den vermeintlichen Treffen machen: Jede Woche hätten sich die beiden Angeklagten nicht getroffen, aber vermutlich zwei- bis dreimal im Monat. Ihr ehemaliger Mann habe des Öfteren Bargeld mit nach Hause gebracht, teilweise allerdings auch aus anderen Nebentätigkeiten. Alle Einnahmen seien in eine gemeinsame Kasse geflossen, aus der Anschaffungen und Kreuzfahrten bezahlt wurden. Geld sei auch auf das gemeinsame Konto eingezahlt worden.

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