Apotheker erzürnt über Porsche-Spruch aus Ministerium

, Uhr aktualisiert am 15.10.2020 10:10 Uhr
Berlin -

In der Bewältigung der AvP-Krise suchen die Apothekerkammern- und verbände bundesweit das Gespräch mit der Politik. Ernüchtert und verärgert sind die Vertreter des Apothekerverbands Brandenburg (AVBB) nach einem Gespräch mit dem Gesandten des Wirtschaftsministeriums des Landes. Der soll sich nämlich ziemlich abfällig über die Not der Apotheker geäußert haben.

AVBB-Geschäftsführer Thomas Baumgart hatte zusammen mit einem Vertreter der Apobank das Gespräch mit Torsten Fritz, im brandenburgischen Wirtschaftsministerium Abteilungsleiter für Wirtschaftsförderung und Digitalisierung, geführt. Man habe bei dem Gespräch am 8. Oktober versucht, „deutlich zu machen, welche enormen finanziellen Belastungen sich für die einzelnen Apotheken ergeben und eine Gefährdung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung im Land gesehen wird, sollten einzelne Apotheke infolge der AvP-Insolvenz ebenfalls insolvent gehen“. Dem Ministerium seien zudem konkrete Unterstützungsmöglichkeiten vorgestellt worden.

Doch über Fritz‘ Reaktion zeigt sich Baumgart empört und gibt seine Eindrücke an die Mitglieder weiter: „Mit Vorurteilen und polemischen Aussagen zu Apotheken wie beispielsweise, dass Apotheker ihren Porsche auch ein halbes Jahr später bestellen könnten, versuchte der Abteilungsleiter deutlich zu machen, dass es aus dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg keine Unterstützung für die unverschuldet in Not geratenen Unternehmen geben werde.“

Wie sich Fritz im Wortlaut geäußert hat und in welchem Kontext, wissen natürlich nur die am Gespräch Beteiligten. Das Ministerium wurde um Stellungnahme gebeten. Baumgart muss sich aber sehr sicher sein, wenn er die Aussage in einem Mitgliederschreiben verbreitet, da auch ein Vertreter der Apobank als dritter Gesprächspartner zugegen war.

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