Ministerium entschuldigt sich für Porsche-Spruch

, Uhr
Berlin -

Mit einem Porsche-Spruch hat Torsten Fritz, Abteilungsleiter im Brandenburger Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie, die Wut der Apotheker auf sich gezogen. Auf Nachfrage stellt er Dinge klar, die aus seiner Sicht dem Sachzusammenhang herausgelöst wurden. Trotzdem entschuldigt sich Fritz für seinen Vergleich.

Das Wirtschaftsministerium hat laut Fritz im Gespräch mit Vertretern des Landesapothekerverbands ein Angebot unterbreitet, den Apotheken im Land zu helfen, die nach der AvP-Pleite in Schwierigkeiten geraten sind. „Hierbei muss berücksichtigt werden, das wir EU-Richtlinien unterliegen, nach denen wir als Staat erst dann eingreifen können, wenn die privatrechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind“, so Fritz. „Wir hatten darum gebeten, dass die aufgrund der eingetretenen Situation von Insolvenz betroffenen Apotheken sich bitte gemeinsam mit ihrer Hausbank bei uns melden mögen, damit wir dann mit unseren Möglichkeiten prüfen können, ob wir helfen können.“ Der in dem Gespräch anwesende Vertreter der Apobank habe zugesichert, auf das Ministerium zuzukommen.

Fritz erklärt, dass die eigenen Programme auf diesen speziellen Fall nicht zugeschnitten sind. „Um Mittel bereitstellen zu können, benötigen wir eine Definition, dass die Apotheke für die Region wichtig ist – also strukturbestimmend. Bei Unternehmen erfolgt diese Definition über Arbeitsplätze, bei Apotheken können wir sie nur über die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung definieren“, so die Erklärung.

Und dann kommt Fritz auf die umstrittene Äußerung zu sprechen, die ihm mittlerweile viele wütende Post von Apothekern eingebracht hat. Der Apothekerverband hatte ihn in einem Mitgliederschreiben dahingehend zitiert, Apotheker könnten ihren Porsche auch ein halbes Jahr später bestellen. Fritz gibt sein Zitat anders wieder. Auf Nachfrage des Verbandes, was man unter strukturbestimmend für eine Region verstehe, habe er gesagt: „Um Ihnen mal ein extremes Beispiel zu benennen: Wenn jemand in Potsdam drei Apotheken hat und eine davon aufgrund der gegenwärtigen Situation geschlossen werden muss, dann hat das Auswirkungen auf seinen Leasingvertrag für seinen Porsche, aber sicherlich nicht auf die Versorgungssicherheit in Potsdam. In solchen Situationen kann das Land nicht helfen. Wir werden uns auf die Apotheken im ländlichen Bereich konzentrieren müssen.“

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Unsicherheiten bei der Abrechnung
LAV warnt vor der Belieferung von E-Rezepten »
Weiteres
Immunsystem noch nicht vorbereitet
Omikron: Mehr Hospitalisierungen bei Säuglingen»
Covid-Impfung künftig in Erkältungssaison
EMA: Dauer-Boostern nicht sinnvoll»
Tipps für einen gelungenen Impfstart
Impfarzt: Apotheker:innen sollten erst Routine lernen»
„Es ist schwierig, das Abwerben hinterher zu belegen“
Apotheker enttäuscht: Drei Angestellte abgeworben»
Suspension und Kapseln
Sildenafil in der Pädiatrie»
„Der Betriebsablauf darf nicht gestört werden“
Angestellte abwerben: Das ist nicht erlaubt»
Report Mainz über Impfpassfälschungen
Apotheken im Fadenkreuz von Impfgegnern»
Dosierung, bedenkliche Stoffe, Preis
Retaxgefahr Rezeptur»
Rechtliche und pharmazeutische Aspekte
Grauzone: Abgabe von mehreren OTC-Packungen»