NDMA-Verunreinigung

Valsartan im ZDF-MoMa: „Da ist ja Gift drin!“

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Berlin -

Der Valsartan-Rückruf ist in der Apotheke immer noch präsent: Mittlerweile müssen die Teams am HV-Tisch nicht nur die Sorgen der Patienten besprechen, sondern auch den Engpass managen. Gut möglich, dass es heute noch einmal zu verstärkten Diskussionen in der Offizin kommt, denn das ZDF-„Morgenmagazin“ hat den Fall aufgegriffen und dazu den Kardiologen Professor Dr. Thomas Meinertz befragt. Der spricht von einem „Fehler im System“ und regt an, dass betroffene Patienten jetzt medizinisch beobachtet werden sollten.

Als einer „der größten Medikamentenrückrufe in Deutschland“ wird der Valsartanbericht im „MoMa“ anmoderiert – „und es könnte ein Medikamentenskandal werden“. 17 Hersteller hätten größere Mengen ihrer Medikamente zurückrufen müssen, allein im vergangenen Jahr könnten 900.000 Patienten verunreinigte Präparate eingenommen haben, heißt es. Inzwischen sei zudem klar, dass NDMA schon seit 2014, vielleicht aber auch früher, in Umlauf gekommen sein könnte. Nach Recherchen von APOTHEKE ADHOC könnte die Verunreinigung seit 2012 bestehen.

Was betroffene Patienten jetzt tun sollen, erklärt im Morgenmagazin Kardiologe Professor Dr. Thomas Meinertz, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung: Alle, die ein vom Rückruf betroffenes Valsartan-Präparat eingenommen haben, „sollten das absetzen, das heißt, sie sollten diese Präparate nicht mehr nehmen“. Die entsprechenden Arzneimittel seien auch nicht mehr rezeptierbar, deshalb sollten die Patienten auf ein anderes Präparat umgestellt werden.

Das könnte ein Valsartan eines anderen Herstellers sein, von dem bekannt sei, dass sie nicht verunreinigt sind. Alternativen seien andere Sartane oder ganz andere Blutdruckmittel. „Bei Blutdruckmitteln hat man eher die Qual der Wahl, es gibt so viele, die auch gut wirken. Das ergibt an sich keine Schwierigkeit“, so der Experte.

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