Kein unmittelbares Risiko: Krebsrisiko 1:5000

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Berlin -

„Kein unmittelbares Patientenrisiko“ lautet die wichtige Botschaft der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) auch nach der Bewertung des toxikologischen Risikos zu mit N-Nitrosodimethylamin (NDMA) verunreinigtem Valsartan. Nach einer vorläufigen Bewertung schätzt die Behörde einen zusätzlichen Krebsfall auf 5000 Patienten.

Etwa einen Monat ist es inzwischen her, dass Valsartan-haltige Arzneimittel aufgrund einer Verunreinigung mit dem als potenziell krebserregend eingestuften NDMA zurückgerufen wurden. Betroffen waren Arzneimittel, deren aktive Substanz vom chinesischen Lohnhersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical produziert wurde. Die durchschnittliche Konzentration der Verunreinigung im Wirkstoff konnte mit 60 ppm nachgewiesen werden. Ausgehend von diesem Wert nimmt die EMA ihre Risikobewertung vor. Die vorläufige Schätzung basiere auf der Annahme, dass das in dem Wirkstoff vorhandene NDMA in der gleichen Menge in das Endprodukt übertragen wurde, so die Behörde.

Anhand der Konzentration schätzt die EMA ausgehend von 5000 Patienten, die über einen Zeittraum von sieben Jahren täglich mit der höchsten Valsartan-Dosis von 320 mg behandelt werden, dass es einen zusätzlichen Krebsfall geben könne. Dennoch sei es „wichtig zu beachten, dass es kein unmittelbares Risiko für die Patienten gibt.“ Patienten, die noch nicht auf eine Alternative umgestellt wurden, sollten das Arzneimittel nicht absetzen, ohne zuvor einen Arzt oder Apotheker zu konsultieren.

Das mögliche Krebsrisiko wurde aus Tierversuchen extrapoliert und solle im Zusammenhang mit dem allgemeinen Risiko, an Krebs zu erkranken (innerhalb der EU 1:3), und der NDMA-Zufuhr aus anderen Quellen betrachtet werden. Schließlich sei die Substanz auch in Nahrungsmitteln oder Wasser enthalten, jedoch sei aufgrund der geringen Mengen von keinem Schaden auszugehen. Weitere Informationen über das toxikologische Risiko sollen nach zusätzlichen amtlichen Kontrollen folgen.

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