Verunreinigter Blutdrucksenker

Valsartan-Betroffene reicht alte Pille ein APOTHEKE ADHOC, 29.08.2018 13:58 Uhr

Berlin - Vergangene Woche konnten Patienten ihre Fragen zum verunreinigten Valsartan an Experten stellen. Die Veranstaltung in Nürnberg stieß bei den Betroffenen auf großes Interesse. Sandra Ehrenreich war auch vor Ort und wurde von den Reportern des ARD-Magazins „Fakt” interviewt: Die 45-Jährige ist zutiefst beunruhigt und hat Angst, aufgrund der jahrelangen Einnahme an Krebs zu erkranken.

Die Veranstaltung für Apotheker und Patienten zum Fall Valsartan wurde vom Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBMP) in Zusammenarbeit mit der Paracelsus Medizinische Universität und dem Klinikum Nürnberg organisiert. Einer der Anwesenden war Ehrenreich, die sechs Jahre lang täglich den Blutdrucksenker geschluckt hatte. „Ich habe Angst, dass ich irgendwelche gesundheitliche Schäden davon tragen werde”, sagte sie in der gestrigen Sendung.

Sie monierte, dass es als Patient schwierig sei, wenn man keine richtige Anlaufstelle habe. Es gebe keine Informationen für Patienten, was es mit der Verunreinigung genau auf sich habe. Offizielle Daten? Fehlalarm. „Auch nach sechs Wochen ist noch immer nichts gemacht. Es gibt keine Listen, wo man das einsehen kann”, sagte sie. „Als Patient ist man ganz allein auf weiter Flur“. Auch Professor Dr. Fritz Sörgel, einer der Experten der Veranstaltung, kritisierte zuvor, dass im Sinne der Patienten zu wenig unternommen wurde – insbesondere seitens der Politik. So wäre es seiner Ansicht nach zu begrüßen gewesen, wenn auf Landesebene eine Patienten-Hotline eingerichtet würde. Seiner Ansicht nach ist die Situation für Patienten insgesamt unbefriedigend.

Da sie befürchtet, dass sie später einmal Tumore wegen der Verunreinigung bekommen könnte, hat ihr Arzt auf ihren Wunsch hin einen Ultraschall von Leber und Nieren gemacht. „Aktuell ist alles in Ordnung”, heißt es im Beitrag. Doch welche Risiken das verunreinigte Valsartan für die Gesundheit hat, ist noch unklar. Bundesweit waren allein 2017 schätzungsweise etwa 900.000 Patienten vom Valsartan-Skandal betroffen. Die Patienten erhofft sich, dass sie von den Krankenkassen in ein Programm aufgenommen wird, wo Betroffene halbjährlich untersucht werden.

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