Plusminus

Darum wird in Asien produziert APOTHEKE ADHOC, 30.08.2018 12:48 Uhr

Berlin - Etwa 900.000 Patienten sind allein in Deutschland vom Skandal um verunreinigten Valsartan aus China betroffen. Der Wirkstoff ist nur einer von vielen, der in Asien produziert wird. Plusminus hat aufgedeckt, warum so viele Generika in China und Indien hergestellt werden.

Alfred Riedel ist immer davon ausgegangen, dass sein Arzneimittel auch von einem deutschen Hersteller produziert wird. Heute – nach dem Valsartan-Skandal – weiß Riedel, „es war ein Irrtum“. Auf der Packung Valsartan Hexal in seinen Händen kann Riedel keinen Hinweis finden, dass das Arzneimittel nicht in Deutschland hergestellt wurde. „Ich muss sagen, es ist eigentlich schon eine Schweinerei“, so Riedel, der zudem nicht davon überzeugt ist, „dass das so in Ordnung ist, das als deutsches Produkt zu verkaufen, obwohl es in China hergestellt wird.“ Und tatsächlich verrät die Umverpackung niemandem, wo der Wirkstoff herkommt. Weder für den Patienten, noch den Arzt oder Apotheker ist dies ersichtlich. Einzig der Sitz des deutschen Unternehmens ist auf dem Umkarton aufgedruckt.

Preisdruck: Für Professor Dr. Harald Schweim, ehemaliger Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), hätte der extreme Preisdruck dazu geführt, dass viele Arzneimittel eine Weltreise durchlaufen. „Drei, vier, fünf Länder sind häufig involviert.“ Der Wirkstoff komme aus einem Land, beispielsweise aus China, die Begleitstoffe aus einem anderem, beispielsweise aus Südamerika, produziert werde in Indien. Die Endverpackung finde schließlich in dem Land statt, in dem man die Sprache beherrsche, so würden weniger Druckfehler gemacht.

Einst galt Deutschland als Apotheke der Welt. Entwicklung und Produktion zahlreicher Arzneimittel fanden hierzulande statt. Heute ist der in den 80er Jahren größte Standort – die Hoechst AG – verwaist. Arzneimittelhersteller sind keine mehr zu finden, der letzte hatte vor wenigen Jahren die Segel gestrichen. Heute hänge Deutschland am Tropf von China und Indien, vor allem im Hinblick auf antibiotische Wirkstoffe. Allein im Süden Indiens haben sich hunderte Firmen angesiedelt. Schuld sei der Verdrängungswettbewerb. Die Konzentration auf nur wenige Hersteller in Asien, führe zu erheblichen Nebenwirkungen für den deutschen Markt.

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