Apothekerin in der Temperaturfalle

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Die ZLG hat sich auch mit der Frage befasst, ob kühlkettenpflichtige Arzneimittel beim Transport „ausnahmsweise auch oberhalb eines Temperaturbereiches von +2 bis +8 °C befördert werden“ werden darf. Auch hier muss unterschieden werden: Gibt es einen entsprechenden Hinweis zur Einhaltung der Kühlkette auf der Packung, ist dieser einzuhalten – und zwar bei Lagerung und Transport. Gibt es lediglich einen „Hinweis“ auf eine Lagerung zwischen +2 bis +8 °C erfolgt, „wurde im Rahmen der Zulassung nachgewiesen, dass sie kurzfristig auch bis +25 °C ausreichend stabil sind“, so die Zentralstelle.

Zwar werden die Apotheken mit der Neuregelung des Botendienstes nicht den GDP-Vorschriften der Großhändler unterworfen, die Ausführungen der ZLG zeigen aber, wie fein die Anforderungen an den Transport unterteilt werden können. Und die Großhändler sehen nicht ein, dass sie gemäß der GDP-Richtlinien eine Temperaturkontrolle durchführen müssen, während zum Beispiel Versandapotheken ihre Päckchen mit der normalen Post verschicken dürfen. Der Branchenverband Phagro begrüßt es in seiner Stellungnahme zum Apothekenstärkungsgesetz daher ausdrücklich, dass die Versender sich künftig auch mehr um die Sicherheit der Medikamente kümmern müssen.

Wie heiß es in einem Paket werden kann, wollte in diesem Sommer mal wieder ein Apotheker wissen. Christian Gerninghaus, Inhaber der Sonnen-Apotheke in Schlitz, verschickte eine Sendung inklusive zwei Minimum-Maximum-Thermometern an seinen Sohn Joshua Gerninghaus nach Frankfurt. Nach Tagen unterwegs stand auf den Anzeigen, dass es in den Paketen bis zu 62,2 °C beziehungsweise 60 °C warm geworden ist.

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