BMG rechtfertigt Erleichterungen für Versender

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Berlin -

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat sich mit der Temperaturführung von Arzneimitteln befasst und kommt zu dem Ergebnis, dass unterschiedliche Vorgaben für Pharmagroßhändler und Versandapotheken gerechtfertigt sind. Seit die EU-Richtlinie zur Good Distribution Practice (GDP) verschärft wurde, müssen die Lagerungsbedingungen auch beim Transport eingehalten werden. Dass das für Versender nicht gilt, hatte bei Apothekern und Großhandel für Unmut gesorgt.

Der Münchener Apotheker Dr. Hermann Vogel jr. hatte im Februar einen offenen Brief an Noweda-Chef Wilfried Hollmann geschickt und ihn aufgefordert, die Umsetzung der EU-Richtlinie zu stoppen. Die technische Ausrüstung der Fahrzeuge mit Kühltechnik verursache sehr hohe Kosten, die letztlich an die Apotheken weitergegeben würden.

Vogel hält es für nicht nachvollziehbar, dass für die wenigen Stunden vom Großhandelslager in die Apotheke eine Temperaturkontrolle durchgeführt werden muss, während im Versandhandel überhaupt keine Kontrollen notwendig sind. Mit seiner Kritik hat er sich inzwischen auch an Dr. Edmund Stoiber (CSU) gewandt, der die EU-Kommission in Sache Bürokratieabbau berät.

Die Noweda selbst wiederum hat eine Stellungnahme vom BMG erhalten. Demnach erkennt das Ministerium dem Großhändler zufolge zumindest an, dass „aufgrund unterschiedlicher Rechtsgrundlagen, aber auch wegen der zu erwartenden unterschiedlichen Transportzeiten und der Mengen der zu transportierenden Arzneimittel die Regelungen hier nicht im Wortlaut identisch sind“.

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