Großhändler: Keine Sicherheit bei Rx-Versand

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Berlin - Der Arzneimittelgroßhandel in Deutschland stellt sich hinter die Vor-Ort-Apotheken: Der Bundesverband des vollversorgenden pharmazeutischen Großhandels (Phagro) befürwortet aber nicht nur ein Versandhandelsverbot mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Der Phagro greift den Arzneiversandhandel frontal an und wirft ihm vor, Patienten „unüberschaubaren Risiken auszusetzen“. Mit seiner Positionierung hat sich der Phagro als einer der letzten Verbände reichlich Zeit gelassen. 

Eine Kontrolle von Temperatur oder Zeitraum, in dem ein Medikament mehr als 25 Grad Celsius ausgesetzt sei, finde im Versandhandel zu keinem Zeitpunkt statt, kritisiert der Großhandelsverband. „Die GDP gelten nicht für den Versandhandel“, so der Phagro. Für den Patienten berge dies „unüberschaubare Risiken, weil Konsistenz, Haltbarkeit und schlimmstenfalls auch die Wirksamkeit der Medikamente beeinträchtig werden, wenn sie längere Zeit erhöhten Temperaturen ausgesetzt seien“.

Patienten, die ein verschreibungspflichtiges Medikament hingegen in einer öffentlichen Apotheke kauften, könnten sicher sein, dass in der gesamten Transportkette vom Hersteller bis zur Abgabe in der Apotheke alle geltende Vorschriften strengstens eingehalten und überwacht würden. Für die Lagerung und den Transport der meisten Arzneimittel gelte eine Maximaltemperatur von 25 Grad Celsius. Dieser Wert dürfe allenfalls kurzzeitig überschritten werden.

Das bedeutet laut Phagro, dass etwa an einem heißen Sommertag die Auslieferung eines Medikaments sehr schnell erfolgen müsse. „Die pharmazeutischen Großhändler in Deutschland garantieren, dass die von ihnen transportierten Arzneimittel in der Regel nicht länger als zwei Stunden und temperiert in einem Lieferfahrzeug verbleiben. Zudem bestätigen die Hersteller, dass kurzzeitige Über- oder Unterschreitungen der Temperatur die Qualität der Arzneimittel nicht beeinträchtigen“, so der Großhandelsverband.

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