Versender werben für SPD-Vorschlag

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Berlin - In der kommenden Woche geht das Gerangel in der Koalition um das von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) vorgeschlagene Rx-Versandverbot in die nächste Runde. Die Ressortabstimmung ist noch immer nicht abgeschlossen. Am 9. März haben die für Gesundheit zuständigen stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Georg Nüßlein (CSU) und Karl Lauterbach (SPD) die ABDA und die Versandapotheken erneut zu einem Gespräch eingeladen. Im Vorfeld signalisieren die Versender schon einmal Kompromissbereitschaft.

Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) kann sich eine Einigung auf der Basis des Vorschlags der SPD-Gesundheitspolitiker Edgar Franke und Sabine Dittmar vorstellen. Damit lasse sich kurzfristig die nach dem EuGH-Urteil vom 19. Oktober aus dem Gleichgewicht geratene Wettbewerbssituation zwischen internationalen und deutschen Apotheken mit Versandhandelserlaubnis wieder ausbalancieren.

„Wir begrüßen diesen Vorschlag, weil er einen konstruktiven Lösungsweg aus der gegenwärtigen Situation mit einem vorgelegten Verbotsgesetz aufzeigt“, so der BVDVA-Vorsitzende Christian Buse. Der Verband heiße insbesondere gut, dass damit für chronisch Kranke und Patienten in hoch spezialisierten Therapien eine wichtige Versorgungsoption erhalten bliebe. „Der Rx-Versandhandel ist gerade für Chroniker eine wichtige Bezugsquelle für Medikamente. Ihnen die Möglichkeit der Bestellung über den Versandhandel zu verwehren, kann nicht im Sinne einer verantwortlich handelnden Politik sein“, so Buse.

Der Vorschlag zeige zudem die Leitplanken auf, innerhalb derer sich leichte Ansätze wettbewerblichen Handelns im Bereich der Arzneimittelversorgung bewegen könnten, heißt es beim BVDVA. „Einen seit über 13 Jahren in Deutschland etablierten und von Patienten und Kunden angenommenen Bezugsweg für verschreibungspflichtige Arzneimittel zu verbieten, ist insbesondere im Jahr 2017, wo alle von der digitalen Gesellschaft sprechen, nicht vermittelbar und würde sicherlich zu entsprechenden Reaktionen der Wähler führen“, so Buse überzeugt.

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