Fischbach: Kein GDP für Versandapotheken

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Berlin - Die Bundesregierung sieht kein Temperaturproblem beim Arzneimittelversand. Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) auf eine Frage von Kathrin Vogler, Arzneimittelexpertin der Linksfraktion, hervor. Vogler hatte sich mit Blick auf die Temperaturtests der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) an die Bundesregierung gewandt.

Kammerpräsident Lutz Engelen hatte im Sommer zwei Pakete mit Temperaturloggern an einen Kollegen am Tegernsee verschickt. Der Test zeigte, dass die Pakete nicht wie vorgegeben unterhalb von 25 Grad versendet wurden. Auf dem Weg nach Süden maß der Temperaturlogger eines Paketes über fast 80 Prozent der Zeit mehr als 25 Grad. Auf dem Rückweg war die Grenze zwar nur in 43 Prozent der Zeit überschritten – dafür wurde eine Höchsttemperatur von knapp 33 Grad erreicht.

Vogler nahm diesen Test zum Anlass, sich an die Bundesregierung zu wenden. Sie wollte wissen, in welchem Maße Versandapotheken beim Versand über normale Paketdienste gegen die Einhaltung einer Maximaltemperatur von 25 Grad verstoßen – und damit auch gegen die Richtlinie zur Guten Distributionspraxis (GDP), die für den Großhandel und den Apothekenbotendienst gelte. Auch zu ihren Plänen zur besseren Kontrollen und zur Verhinderung solcher Verstöße sollte sich die Bundesregierung äußern.

Ingrid Fischbach (CDU), parlamentarische Staatssekretärin im BMG, sieht kein Problem: „Der Bundesregierung liegen im Hinblick auf Verstöße von Versandapotheken gegen vorgegebene Lagertemperaturen beim Versand von Arzneimitteln keine näheren Erkenntnisse vor.“ Der Grund ist simpel: „Für Apotheken, die Arzneimittel an Endverbraucher versenden, gilt die GDP-Richtlinie insoweit nicht“, stellt Fischbach klar.

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