Änderungswünsche zum VOASG

CSU-Politiker: Keine Vergütung ohne Temperaturkontrolle APOTHEKE ADHOC, 20.10.2020 15:07 Uhr

Berlin - Das Apothekenstärkungsgesetz (VOASG) ist auf der Zielgeraden. Doch der CSU-Abgeordnete Stephan Pilsinger sieht noch Verbesserungsbedarf. Er wünscht sich eine strengere Überwachung von Versandapotheken insbesondere bei der Temperaturkontrolle. Der Gesundheitspolitiker hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gebeten, in dieser Richtung aktiv zu werden.

Ein Rx-Versandverbot wird es nicht geben und das Rx-Boni-Verbot im VOASG wird vermutlich vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) landen. Hinzu kommt die wachsende Verquickung zwischen großen Versandapotheken und Telemedizinanbietern. Pilsinger befürchtet, dass die Qualität der Arzneimittelversorgung leidet, wenn ausländische Versender einen immer größeren Marktanteil gewinnen.

Dem CSU-Abgeordneten geht es vor allem um die Transportbedingungen, wie er in einer Mail an seine Fraktionskollegen darlegt. In Deutschland seien Lagerung, Transport und Auslieferung von Arzneimitteln streng geregelt und überwacht. „Versandapotheken aus dem EU-Ausland, allen voran DocMorris und Shop Apotheke, entziehen sich diesen strengen Anforderungen jedoch schon seit Jahren“, so Pilsinger. Eine Überwachung finde derzeit nicht statt – zu diesem Schluss komme auch der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages. „Kein Wunder also, dass die EU-Versender ihre Umsätze und Marktanteile in den vergangenen Jahren erheblich steigern konnten, während die Vor-Ort-Apotheken in Deutschland das Nachsehen haben“, kritisiert der CSU-Abgeordnete.

Pilsinger verweist auf eine Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte Deutschlands (APD). Dies hatte vor einer Überwachungslücke bei den ausländischen Versandapotheken gewarnt. Bei stichprobenartigen Untersuchungen von Paketen aus den Niederlanden seien demnach sogar geschmolzene Zäpfchen und aufgeplatzte Dragees entdeckt worden. Das Fazit der Pharmazieräte: „Der Leidtragende ist der deutsche Verbraucher, der unter Umständen ein wirkungsloses Arzneimittel erhält, ohne dass er es weiß.“ Es sei daher „dringendst erforderlich“, die bestehende Überwachungslücke zu schließen, zitiert Pilsinger aus der Stellungnahme, die er auch im Original an die Kollegen im Bundestag verschickt hat.

Und dann stützt sich der CSU-Politiker noch auf eine Aussage von Professor Dr. Regina Scherließ vom Institut für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Nur wenn die im Rahmen der Zulassungsuntersuchungen evaluierten Lagerbedingungen und die Laufzeit des Arzneimittels ordnungsgemäß eingehalten würden, seien „[…] Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität des Arzneimittels uneingeschränkt sichergestellt“, wird Scherließ zitiert.

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