Deal oder Prozess: AvP-Verfahren am Scheideweg

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Berlin - Das Insolvenzverfahren zu AvP befindet sich am Scheideweg: Insolvenzverwalter Dr. Jan-Philipp Hoos spricht aktuell mit Apothekervertretern über eine außergerichtliche Einigung zu den Aussonderungsrechten. Alternativ werden erste Musterklagen diskutiert. Wegen der vielen Unwägbarkeiten ließen sich nach wie vor keine belastbaren Aussagen zu einer möglichen Quote machen, stellte Hoos gegenüber APOTHEKE ADHOC klar.

Am Mittwoch hatte Hoos erneut gegenüber dem Finanzausschuss des Bundestags Bericht über den aktuellen Stand erstattet. Demnach belaufen sich die angemeldeten Forderungen auf insgesamt 626 Millionen Euro. Davon entfallen 345 Millionen Euro auf die Offizin-Apotheken, 226 Millionen Euro auf Krankenhausapotheken und 55 Millionen Euro auf die sonstigen Gläubiger. Bei Letzteren handelt es sich laut Hoos vor allem um die Kostenträger. Die Krankenkassen machen – offenbar noch recht unsubstantiiert – unter anderem Forderungen wegen vermeintlicher Überzahlung in der Vergangenheit geltend. Inwiefern diese und alle anderen angemeldeten Forderungen aus Sicht des Insolvenzverwalters auch berechtigt sind, geht aus der Aufstellung nicht hervor.

Hoos hatte bereits deutlich gemacht, dass er für den Großteil der Forderungen keine Aussonderungsrechte für die Apotheker sieht. Anfang des Jahres hatte er als Ausnahme davon etwa 300 Offizin- und 150 Krankenhausapotheken informiert, dass er die Aussonderungsrechte an noch nicht eingezogenen Rezeptforderungen anerkannt. Die Kassen wurden entsprechend informiert. Der Großteil der offenen Millionenbeträge ist davon allerdings nicht erfasst.

So gut wie alle betroffenen Apotheker:innen haben aber bei der Anmeldung zur Insolvenztabelle Aussonderungsrechte geltend gemacht. Ihr Argument: Die Ansprüche ließen sich anhand der eingereichten Rezepte leicht zuordnen. Allerdings zielen Aussonderungsrechte im Insolvenzrecht Hoos zufolge vor allem auf materielle Güter – ein Leasingfahrzeug ist ein anschauliches Beispiel für solch klare Eigentumsverhältnisse. Bei monetären Forderungen wie in diesem Fall ist das komplexer, vor allem angesichts von Sammelrechnungen und einer teilweise verworrenen Vertragslage zwischen den Beteiligten.

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