BMG: Botendienst nur mit enger Bindung an Apotheke

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Berlin - Ist der Botendienst-Service der Noweda rechtlich zulässig oder nicht? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat sich auf Nachfrage zurückhaltend hierzu geäußert. Der Verweis auf die zuständigen Aufsichtsbehörden kann aber als Hinweis interpretiert werden, dass man im Ministerium zumindest skeptisch ist.

Gegenüber APOTHEKE ADHOC erklärte eine Sprecherin des BMG: „Die Zustellung von Arzneimitteln durch Boten der Apotheke ist in der Apothekenbetriebsordnung geregelt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der engen Bindung an die versorgende Apotheke und der Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Rezeptprüfung und Beratung durch das pharmazeutische Personal der Apotheke.“

Normalerweise äußert sich das Haus von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gar nicht zu konkreten Geschäftsmodellen einzelner Anbieter. In diesem Fall heißt es: „Ob es sich bei einem bestimmten Geschäftsmodell um Botendienst im Sinne der Apothekenbetriebsordnung handelt und dieses den rechtlichen Anforderungen entspricht, muss im jeweiligen Einzelfall von den zuständigen Behörden im Rahmen der Überwachung geprüft und entschieden werden.“

Zu erwarten ist, dass auch die Abda schon im Ministerium vorgesprochen hat. Präsident Friedemann Schmidt hatte sich in einer ersten Stellungnahme ungewohnt kritisch zu dem Service geäußert. Wörtlich hatte Schmidt gesagt: „Wenn sich jetzt Dritte ganz salopp anbieten, den Botendienst für die Apotheke zu übernehmen, und dabei Buchstaben und Geist der gesetzlichen Regelung ignorieren, dann erweisen sie den Apotheken damit einen Bärendienst. Das kann man so nicht laufen lassen.“

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