Interview Dr. Michael Kuck

So funktioniert der Noweda-Botendienst , Uhr

Berlin - Die Noweda will ihren Botendienst-Service allen Apotheken anbieten, die beim Großhändler Kunde sind. APOTHEKE ADHOC sprach mit Noweda-Chef Dr. Michael Kuck über die rechtlichen Fragen und die Kosten – und was der Einsatz eines Dienstleisters mit der Beziehung zwischen Kunde und Apotheke macht.

ADHOC: Noweda will den Botendienst bundesweit als Service anbieten. Welche Erfahrungen haben Sie in den Pilotprojekten gesammelt?
KUCK: Wir haben seit Dezember 2019 intensiv mit fünf Apotheken zusammengearbeitet, die unterschiedliche Voraussetzungen mitgebracht haben. Es gab Apotheken in ländlichen und in städtischen Gebieten. Eine Apotheke bot bis dato noch gar keinen Botendienst an, andere hatten bereits ihren eigenen Service und stockten ihr Angebot mit unserem Service auf. Unsere Erfahrungen sind sehr gut. Vor allem das positive Feedback der teilnehmenden Apotheken hat uns dazu motiviert, den Botendienstservice nun flächendeckend auszurollen.

ADHOC: Gehen wir den Prozess Schritt für Schritt durch: Wie muss man sich die praktische Umsetzung des Service vorstellen?
KUCK: Im Grunde ist der Prozess ganz einfach, da wir unsere vorhandene Logistik den Apotheken zur Verfügung stellen. Nach der letzten Tour von der Noweda in die Apotheke übernimmt der Fahrer im Anschluss noch den Botendienstservice, sofern die Apotheke diesen mindestens eine Stunde zuvor gebucht hat. Wir greifen hier also auf die bestehende Logistik zurück.

ADHOC: Der Botendienst soll vom Personal der Apotheke durchgeführt werden. Wieso ist der Noweda-Service rechtlich zulässig, obwohl die Fahrer nicht weisungsgebunden sind?
KUCK: Die Apothekenbetriebsordnung spricht von einem Boten der Apotheke, nicht vom Personal der Apotheke. Die rechtliche Zulässigkeit ist dadurch gegeben, dass die Verschreibung immer in der Apotheke vorliegt und eine pharmazeutische Beratung stattgefunden hat. Zusätzlich ist sichergestellt, dass der Apothekenleiter oder die Apothekenleiterin jederzeit in den Vorgang der Auslieferung eingreifen und diesen unterbrechen oder gar beendigen kann. Dadurch hat die Apotheke dieselbe Weisungs- und Kontrollmöglichkeit, die sie auch gegenüber eigenen Fahrern hat.

ADHOC: Was kostet der Service die Apotheken? Wie erfolgt die Abrechnung?
KUCK: Aus wettbewerbstechnischen Gründen kommunizieren wir die Kosten derzeit nicht öffentlich. Allerdings können wir sagen, dass es sich um eine überschaubare fixe Monatsgebühr handelt, zu der eine Pauschale pro Auslieferung kommt, die sich preislich unterhalb der derzeitigen Krankenkassenerstattung befindet. Teilnehmende Apotheken erhalten monatlich eine Rechnung.

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