Botendienst: Wer darf, wer hat Bedarf?

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Berlin -

Der Botendienst hat in der Pandemie an Bedeutung gewonnen. Einige Krankenkassen befürchten, dass die neu eingeführte Pauschale von 2,50 Euro dazu führt, dass der Service institutionalisiert wird. Die Zahlen sprechen aktuell nicht für ein lohnendes Geschäftsmodell, trotzdem tummeln sich immer mehr kommerzielle Anbieter im Markt, aktuell der Gorillas-Verschnitt Medikamendo. Aus Sicht der Abda ist es allerdings unzulässig, die Aufgabe an Dritte zu delegieren.

Schon als der Botendienst von der Ausnahme zur Regelleistung erklärt wurde, warnte die Abda vor einem Kontrollverlust. In ihrer Stellungnahme zum Apothekenstärkungsgesetz (VOASG) forderte sie die Klarstellung, „dass der Bote der Apotheke arbeitsvertraglich zum Personal der abgebenden Apotheke gehören muss“. Nur so könne gewährleistet werden, dass der Bote der Apotheke dem alleinigen Weisungsrecht des Betriebserlaubnisinhabers unterliegt.

In der überarbeiteten Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) ist von Zustellung „durch Boten einer Apotheke“ die Rede. In der Begründung wird Botendienst definiert als „Zustellung durch Personal der Apotheke oder auch externes Personal, das der Weisungshoheit der Apothekenleitung untersteht“. Zustellung durch nicht durchgehend weisungsgebundene beauftragte externe Dienstleister ist dagegen Versandhandel. Da hier externes Personal genannt ist, tritt seitdem in der Praxis die Frage auf, wie konkret es um die Weisungshoheit des Inhabers oder der Inhaberin bestellt sein muss.

Mit der Noweda hat sich ein Schwergewicht der Branche schon früh aktiv eingebracht: Nachdem der Botendienst im Oktober 2019 zur Regelleistung erklärt wurde, wollte die Genossenschaft ihre Mitglieder mit einem Angebot unterstützen. Im Mai 2020 wurde ein Pilotprojekt gestartet, bei dem die Fahrer des Großhändlers den Botendiensttouren für die Apotheke mit übernehmen. Ab Juli wurde das Modell allen Apotheken angeboten. Mit der Abda kam es darüber zum Streit.

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