LoranoPro: Hexal meldet sich zurück

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Berlin -

Hexal hat es noch einmal allen gezeigt: Mit LoranoPro hat sich der Konzern innerhalb weniger Wochen an die Spitze des Marktes der rezeptfreien Antihistaminika katapultiert. Es ist der zweite erfolgreiche Launch nach Mometahexal – und einer Reihe von Rückschlägen.

Das Timing war perfekt: Als der Wirkstoff Desloratadin Ende Februar – rechtzeitig zu Beginn der Allergiesaison – aus der Rezeptpflicht entlassen wurde, war man in Holzkirchen startklar. „Wirkt schnell, stark und macht nicht schläfrig“, lautete kurz darauf die Botschaft im TV-Spot. „Holen Sie sich Ihr Leben zurück!“

In KW 11 (9. bis 15. März) taucht LoranoPro erstmals in der wöchentlichen Abverkaufsstatistik von Insight Health auf; in KW 22 (25. bis 31. Mai) hatte sich der Newcomer an die Spitze des Marktes gesetzt: Mit einem Anteil von 14,2 Prozent nach verkauften Packungen liegt LoranoPro vor dem Schwesterprodukt Lorano, das – überraschenderweise – ebenfalls deutlich von 7,6 auf 13,3 Prozent zulegen konnte. Zusammen mit Cetirizin und dem im vergangenen Jahr eingeführten Levocetirizin kommt der Konzern auf einen Marktanteil von 43 Prozent. Zum Vergleich: Zu Beginn der Saison hatte der Marktanteil noch unter 20 Prozent gelegen.

Die Führungsposition abgeben musste KSK; der Marktanteil von Cetirizin ADGC und Lora ADGC sank von 28,6 auf 23,5 Prozent. Leicht zulegen konnten Ratiopharm und Bausch+Lomb mit ihren Cetirizin-Produkten, dagegen büßte Fenistil (GSK) deutlich ein von 12,8 auf 4,6 Prozent.

Mittlerweile haben auch andere Generikahersteller wie TAD, Dermapharm und Glenmark rezeptfreies Desloratadin ins Sortiment aufgenommen; ihr Marktanteil ist allerdings zu vernachlässigen. Ein Grund könnte sein, dass Hexal von Anfang an mit einem Kampfpreis in den Markt gegangen war, um möglichst vielen Patienten den Wechsel zu erleichtern: Wer bislang Lorano nimmt und auf Deslora-1A umsteigt, muss nur 14 Prozent mehr zahlen. Der Wechsel auf das Markenprodukt kostet rund 30 Prozent mehr, wer innerhalb des Sortiments von 1A wechselt, muss 80 Prozent mehr zahlen.

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