Kassen: Kein Desloratadin mehr auf Rezept

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Berlin -

Mit dem OTC-Switch von Desloratadin verlieren Chroniker den Anspruch auf entsprechende Präparate auf Kassenrezept. So sieht es jedenfalls der GKV-Spitzenverband. Demnach ist die Verordnung unwirtschaftlich, weil die Therapie mit den OTC-Präparate abgedeckt werden kann. Einige Hersteller sitzen damit in der Falle.

Am Freitag war die Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) im Bundesgesetzblatt veröffentlicht, damit ist der Weg frei für Desloratadin in der Sichtwahl. Konkret ausgenommen von der Rezeptpflicht sind:

  • Arzneimittel in der oralen Anwendung zur symptomatischen Behandlung bei allergischer Rhinitis und Urtikaria bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab zwei Jahren, es sei denn, es handelt sich um von der Europäischen Kommission als verschreibungspflichtig zugelassene Arzneimittel.

National zugelassen sind:

  • Loranopro (Hexal)
  • Deslora-1A Pharma
  • Deslora-Denk
  • Desloraderm (Dermapharm)
  • Desloratadin-1A Pharma
  • Desloratadin AbZ
  • Desloratadin Aristo
  • Desloratadin Glenmark
  • Desloratadin Heumann
  • Desloratadin Hormosan

Diese Produkte können demnach künftig ohne Rezept abgegeben werden, wobei nur Hexal und 1A Pharma bereits entsprechende OTC-Varianten bereits im Sortiment haben. Die anderen Hersteller müssen die entsprechende Änderung der Zulassung beantragen und die Produktaufmachung überarbeiten. Die Frage, ob die bereits ausgelieferten Rx-Packungen ohne Rezept abgegeben werden dürfen, ist umstritten. Im Zusammenhang mit der „Pille danach“ hatte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) kein Problem gesehen, doch diese Position war umstritten. In der Regel rufen die Hersteller die Ware bei der Änderung des Abgabestatus zurück.

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