Apothekeneröffnung

Handarbeit: 28-Jähriger baut seine eigene Apotheke

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Berlin -

28 Jahre ist für die Übernahme einer Apotheke ein junges Alter. Doch Thomas Grittmann will mehr: Er baut sich mit nicht einmal 30 Jahren von Grund auf einen eigenen Betrieb auf. Zur Entschlossenheit kommt bei ihm allerdings noch eine gehörige Portion glückliche Umstände. Im August soll Eröffnung sein, bis dahin begleitet APOTHEKE ADHOC ihn auf seinem Weg von der Planung bis zur fertigen Offizin.

Dass er einmal eine eigene Apotheke haben will, ist für Thomas Grittmann schon seit Jugendtagen klar. „Das war schon immer mein Ziel“, sagt er. Schon immer heißt in dem Fall: Seit der achten Klasse. Da hat der Gymnasiast aus dem bayerischen Miltenberg am Main sein Schulpraktikum in der lokalen Apotheke gemacht und Blut geleckt. „Mein Vater hätte es auch gern gehabt, wenn ich wie er Steuerberater werde. Aber dieses Schreibtischgesitze ist nicht so meins.“ Also fiel die Entscheidung leicht: Nach dem Abitur im Jahr 2010 und dem Zivildienst zog er zum Pharmaziestudium ins nahe gelegene Würzburg, wo er 2016 auch sein Praktisches Jahr in der Stern-Apotheke von Dr. Michael Sax absolvierte.

Zuerst ging es aber zu Approtime, der saarländischen Zeitarbeitsfirma für Urlaubs- und Krankheitsvertretungen in Apotheken. In knapp zehn Monaten hat er so 15 verschiedene Betriebe nicht nur von innen gesehen, sondern teils auch geleitet – Studien am lebenden Objekt sozusagen. „Ich habe damals schon auf viele Details geachtet und mir Pro- und Contra-Listen gemacht mit Dingen, die ich in meiner eigenen Apotheke will und nicht will“, erzählt er. Ab November 2017 folgten dann noch anderthalb Jahre Festanstellung als Approbierter in Obernburg am Main, aber auch diese Übergangszeit musste im Mai diesen Jahres enden, denn es war so weit.

2019 als Jahr der eigenen Apothekeneröffnung stand bei Grittmann schon lange fest, sehr lange sogar – um genau zu sein: seit 1989. Da hatte Grittmanns Vater nämlich gebaut. Ihm gehört ein 8500 Quadratmeter großes Gelände, auf dem er drei Gebäude zur Vermietung errichtet hat, darunter das, in dem die Apotheke seines Sohnemannes entsteht. Bis zum 1. Juni war dort die Michaelis-Apotheke, quasi der Vorgängerbetrieb. 1989 hatte der Vater mit deren Inhaber einen Mietvertrag über 30 Jahre geschlossen – die sind nun vorbei. Grittmann junior hätte also auch die Möglichkeit gehabt, auf dem familieneigenen Grundstück eine fertige Apotheke zu übernehmen. Das wollte er aber nicht, sagt er. „Ich wollte nichts übernehmen, sondern mein eigenes Ding schaffen. Ich habe meine eigenen Vorstellungen, die ich umsetzen will.“ Für die Einrichtung und den Aufbau der Apotheke hat er schon genaue Pläne.

Der Inhaber, ein Freund der Familie, war laut Grittmann natürlich wenig begeistert. „Er hatte sich das anders vorgestellt, aber als ich ihm meine Beweggründe erklärt habe, hat er Verständnis gezeigt.“ Der Vorgängerbetrieb ist für Grittmann auch genug Beleg für die Perspektive, die sein Vorhaben hat. „Es hat sich ja in den letzten 30 Jahren gezeigt, dass das ein hervorragender Standort für eine Apotheke ist.“ Und tatsächlich: Zwei der drei Häuser auf dem Gelände beherbergen Ärzte, darunter ein HNO-Arzt, zwei Diabetologen, ein Kieferorthopäde, drei Kinderärzte, ein Frauenarzt und eine Einrichtung für Vorsorgeuntersuchungen. Auch für Parkplätze hat Grittmann senior gesorgt. „Die Parkplatzsituation ist hervorragend“, sagt sein Sohn.

Diese ganze Konstellation sei für ihn von Beginn an ein entscheidender Faktor gewesen. „Ich hätte wahrscheinlich gar nicht erst Pharmazie studiert, wenn ich diese Perspektive nicht gehabt hätte“, sagt er ganz offen. „Angesichts der politischen Situation würde ich die Entscheidung für eine Apotheke auf dem Land wahrscheinlich nicht so treffen.“ Bedenken, dass es schiefgehen könnte, habe er aber nicht. „Ich bin da zu 100 Prozent positiv. Die einzige Sorge, die ich habe, ist das E-Rezept und dass das dazu führt, dass noch mehr Verordnungen ins Ausland wandern.“

Bisher lief es den Umständen entsprechend auch äußerst rund bei den Vorbereitungen. Probleme habe er bisher nicht gehabt, von der Personalsuche über den Bau bis zur Konkurrenz. Mit einem Innenarchitekten hat er sich schon besprochen, die Pläne für das Innere der Apotheke stehen und die Baurbeiter sind schon am Werk – unter kräftiger Mithilfe von Grittmann. Und dann sieht der Standort auch noch gut aus, „wie eine Parkanlage, mit sehr viel Grün“, so der Pharmazeut. Daher auch der Name: Park-Apotheke Miltenberg. Am 19. August soll die Eröffnung sein – bis dahin ist aber noch einiges zu tun.

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