Jour Fixe Liefer- und Versorgungsengpässe

Grippeimpfstoffe hätten reichen müssen APOTHEKE ADHOC, 15.01.2019 14:39 Uhr

Berlin - Welche Arzneimittel fehlen? Am 7. November lud das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zum 8. Jour Fixe. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Versorgungssituation mit Grippeimpfstoffen und Sartanen sowie die möglichen Auswirkungen des Brexit auf die Arzneimittelversorgung. Jetzt liegt die Kurzinformation zum Jour Fixe vor.

Als Erstes berichtete das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) über die Versorgungssituation bei saisonalen Grippeimpfstoffen. Für die aktuelle Saison hätten die Hersteller 15 Millionen Impfdosen avisiert. „Anhand der Hochrechnungen hätten diese ausreichen sollen“, so die Experten. Allerdings könnten die vielen Krankheitsfälle in der Grippesaison 2017/18 zu einer erhöhten Nachfrage geführt haben. Das PEI wies zudem auf Diskussionen über Impfstoffpreise sowie späte Bestellungen von Apotheken und Ärzten in einzelnen Regionen hin.

Zum Zeitpunkt des Jour Fixe hatte das PEI bereits mehr als 15 Millionen Impfdosen die Chargenfreigabe erteilt – diese waren Anfang November bereits abverkauft oder deckten die bereits erfolgten Bestellungen. Noch offene Vorbestellungen hätten zum damaligen Zeitpunkt noch vereinzelt bedient werden können. „Restbestände würden aber nicht zur Deckung der Nachfrage ausreichen“, so die Experten. Das Ergebnis einer Verbraucherumfrage des PEI ergab zudem, dass es bereits Anfang November regionale Verteilungs- und möglicherweise Versorgungsschwierigkeiten gab. Zu dem Zeitpunkt war bereits klar, dass nur sehr geringe Mengen Grippeimpfstoff als Importware zur Verfügung stehen. Dennoch wurde im Nachgang an den Jour Fixe von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der Versorgungsmangel nach § 79 Absatz 5 ausgerufen und der Import ermöglicht.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt ist die Versorgungssituation mit Sartanen und anderen Antihypertonika. Valsartan-haltige Arzneimittel wurden aufgrund einer Verunreinigung mit Nitrosaminen im Sommer zurückgerufen. Es folgten Rückrufe bei weiteren Vertretern der Stoffgruppe. Zum Teil dauern diese noch an. Noch heute sind auf der Liste der gemeldeten Lieferengpässe des BfArM verschiedene Valsartan-haltige Arzneimittel zu finden. Der Engpass wird in einigen Fällen noch bis in den Juli 2019 andauern.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr aus Ressort

Weiteres
Markt

Versandapotheken

Rekordverlust bei Zur Rose»

Obstipation

Bekunis bringt Flohsamenschalen»

Digitalkonferenz

Freude über VISION.A Awards: Das sind die Gewinner»
Politik

Berlin

Kammerwahl: Keine Mehrheit für Belgardt»

Apothekenreform

DAV: Wasserdicht nachbessern»

VISION.A 2019

Mayer-Schönberger: „Der Durchschnittspatient ist tot“»
Internationales

Erfolg mit E-Rezept

Tschechien: Ministerium will Rx-Versand zulassen»

USA

Apothekenkette Shopko ist am Ende»

USA

Apothekenkette: Kahlschlag bei Rite Aid»
Pharmazie

FDA-Zulassung

Brexanalon gegen Wochenbettdepression»

Antirheumatika

Blutgerinnsel in der Lunge: Empfehlung für Xeljanz»

Medizinalhanf

Farmako will 50 Tonnen Cannabis importieren»
Panorama

Gallery of Inspiration

Ein Herz im 3D-Druck»

Digitalkonferenz

So erleben Pharmaziestudenten die VISION.A»

In Münster haben sie eines ergattert

Apothekerin im Ü-Ei»
Apothekenpraxis

Wie geht das mit den Influencern?

Du sollst keine Liebe kaufen!»

Spannender Arbeitstag

PTA überführt BtM-Rezeptfälscher»

Fehlende Versichertennummer

AOK retaxiert – und hilft Apotheke»
PTA Live

Zahngesundheit

Zahncreme mit „Hallo-Wach-Kick“»

Ausbildung in Tschechien und Bosnien

Hürden bei der PTA-Anerkennung: Bayerisch und Galenik»

PTA-Schule München

Premiere: Klassenraum wird Sterillabor»
Erkältungs-Tipps

Kleine Pflanzenkunde: Kampferbaum

Wissenswertes über Campher»

Hausmittel

Propolis: Heilmittel aus dem Bienenstock»

Die Erkältungsknolle

5 Tipps für den Einsatz von Ingwer»