Die Straßennamenretax

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Berlin - Eine Retaxation über 26,66 Euro ist normalerweise nichts, was Apotheker Dr. Thomas Künzer aufregt. Doch in diesem Fall hat er einen Anwalt mit der Klärung beauftragt. Denn die angeblich offensichtliche Rezeptfälschung – das ist der Retaxgrund – wurde auch bei anschließend von Künzer durchgeführten Tests von niemandem erkannt.

Der Patient kam mit einem Rezept über zweimal Zopiclon AbZ 7,5 mg, 20 Stück in die Apotheke. Die Überschreitung der Höchstdosis war mit Ausrufezeichen und dem Hinweis „wegen Urlaub“ begründet. Das Präparat wird zwar regelmäßig auf Privatrezepten verordnet, in Künzers Sertürner Apotheke in Köln aber aufgrund der räumlichen Nähe zur Ambulanz der psychiatrischen Landesklinik häufig auch zu Lasten der Krankenkassen verschrieben.

In diesem Fall soll es sich um einen Versicherten der AOK Rheinland/Hamburg gehandelt haben. Name und Anschrift des Patienten waren allerdings erfunden. Und genau das hätte Künzer aus Sicht der Kasse auch auffallen müssen. Telefonisch wurde er von einer Mitarbeiterin der Kasse darauf hingewiesen, dass die Xantener Straße getrennt geschrieben wird und nicht wie auf dem Rezept in einem Wort.

Davon ist in dem offiziellen Schreiben der Kasse nicht die Rede. Hier wird die Retaxation begründet mit: „erkennbare Fälschung oder erkennbarer Missbrauch“. Die Folge ist eine Vollabsetzung des Betrags.

Künzer will das nicht hinnehmen: „Ich habe das beanstandete Rezept mehreren erfahrenen Apothekern und PTA mit der Frage nach dem Retaxgrund gezeigt. Keiner ist auf die Idee gekommen, dass das Rezept gefälscht ist“, so der Apotheker gegenüber APOTHEKE ADHOC. Selbst der Kölner Kreisvertrauensapotheker mit mehr als 30 Jahren Offizinerfahrung sei nicht misstrauisch geworden.

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