51.000 Euro: „Genehmigt wie beantragt“ – und trotzdem retaxiert

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Berlin - Retax trotz Genehmigung: Eine Apothekerin aus Bad Oeynhausen bekam einen Riesenschreck, als sie das Einschreiben mit Rückschein der AOK Hessen öffnete. Es handelte sich um eine Retaxation in Höhe von 51.255,48 Euro.

Es geht um eine Verordnung über den Lipidsenker Lojuxta (Lomitapid, Aegerion). Das Arzneimittel wird neben einer fettarmen Ernährung und anderen lipidsenkenden Arzneimitteln zur Behandlung der homozygoten familiären Hypercholesterinämie (HoFH) eingesetzt. Lamitapid ist ein selektiver Hemmstoff des mikrosomalen Triglycerid-Transfer-Proteins (MTP). Die EU-Zulassung hatte Lojuxta 2013 erhalten, doch nachdem der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) dem Arzneimittel keinen Zusatznutzen zusprach, verschwand das Medikament vom deutschen Markt.

Daher ist Lojuxta nur noch als Einzelimport durch die Apotheke verfügbar. Grundlage bildet § 73 Absatz 3 Arzneimittelgesetz (AMG). Bei dem Arzneimittel handelt es sich um einen Hochpreiser. „Medikamente in dieser Preisordnung haben wir noch nie geliefert“, erzählt die Apothekerin. Bestellung und Abgabe seien keine Routine und hätten viel Herzblut und Zeit verlangt.

Die Apothekerin wollte alles richtig machen, um ja keine Retaxation zu kassieren, und beantragte bei der AOK die Kostenübernahme für Lojuxta 20 mg und 10 mg zu je zwei Packungen. Dabei gab sie den Apothekeneinkaufs- sowie den Bruttoabgabepreis an. Auch den Rabatt gab sie weiter, denn die geringere Stärke wurde ohne Berechnung geliefert.

Laut AOK ist keine Genehmigung nötig: Es reiche, lediglich den Einkaufspreis und den Lieferanten anzugeben. Für die Kundin werde das Arzneimittel sowieso immer genehmigt, der Preis spiele keine Rolle, teilte die Kasse telefonisch mit. Die Apothekerin wollte sich darauf jedoch nicht verlassen und forderte einen schriftlichen Beleg, den sie schließlich auch bekam. „Genehmigt wie beantragt“, stand da. Details zur Abrechnung enthielt das Genehmigungsschreiben jedoch nicht.

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