Rezeptprüfung

DAK sucht Retax-Firma Alexander Müller, 14.02.2018 09:43 Uhr

Berlin - Die DAK-Gesundheit will Apotheken künftig nicht mehr selbst retaxieren. Die Kasse sucht einen Dienstleister, der die Abrechnung und Rezeptprüfung für sie übernimmt. Wenn die Ausschreibung erfolgreich läuft, wird ab September ein Dritter die Retaxationen für die DAK übernehmen.

Die DAK hat nach eigenen Angaben eine wirtschaftliche Abwicklung der Arzneimittelabrechnung und -prüfung zum Ziel. Für Apotheken, Krankenhausapotheken und sonstige Leistungserbringer sollen Abrechnung und Prüfung sowie vor- und nachgelagerte Prozessschritte zunächst für vier Jahre an einen Auftragnehmer übertragen werden.

Das zu verarbeitende Nettoausgabenvolumen beträgt laut DAK jährlich insgesamt etwa 4 Milliarden Euro. Referenz ist dabei das Jahr 2016. In diesem Zeitraum wurden circa 45 Millionen Verordnungen aus öffentlichen Apotheken abgerechnet. Die DAK weist aber darauf hin, dass dieses Verordnungsvolumen nicht für die Zukunft garantiert werden kann.

Bislang hat die DAK – wie die meisten großen Kassen – ihre Rezepte selbst kontrolliert. Die Prüfer sitzen im Arznei- und Hilfsmittelzentrum am Brill in Bremen. Dass die Kasse den Service jetzt auslagert, sorgt in der Branche für Verwunderung: „Das ist überhaupt nicht typisch für die DAK“, sagt ein Insider. Immerhin sei der Abbau der eigenen Abteilung auch mit erheblichem Aufwand verbunden.

Ausschreibungen führen Kassen meist mit einem einzigen Ziel durch: Einsparungen. Einen externen Anbieter würde die Kasse pro geprüfter Rezeptzeile bezahlen. Auch wenn nur hinter vorgehaltener Hand darüber gesprochen wird, ist es ein offenes Geheimnis, dass es bei einigen Anbietern auch eine Erfolgsbeteiligung gibt. Und Beobachtern zufolge wäre die DAK aufgrund ihrer bisherigen Retax-Praxis durchaus ein Kandidat für so eine Komponente. Die Rezeptprüfer lasse sich ihre neuen Suchalgorithmen in der Regel vorab von ihrem Auftraggeber genehmigen.

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