Warnbrief

Rezeptfälschungen: Barmer will retaxieren APOTHEKE ADHOC, 02.02.2018 14:25 Uhr

Berlin - Aktuell sind in verschiedenen Regionen wieder Rezeptfälscher unterwegs, der Fokus liegt auf Hochpreisern. Die Barmer hat die Apothekerverbände auf das gehäufte Auftreten aufmerksam gemacht – und Retaxationen angekündigt.

Laut Barmer treten derzeit bundesweit gehäuft Rezeptfälschungen auf. Betroffen sind Glivec 400 mg, 30 Stück, Norditropin FlexPro 15/1,5 ml, 5 Stück, und Xeljanz 5 mg, 56 Stück. Auch andere Kassen berichten demnach von vermehrten Rezeptfälschungen.

Auffällig an den Rezepten sei, dass das Geburtsjahr vierstellig aufgedruckt sei – bislang seien immer die Geburtsjahre 2004 und 2005 verwendet worden. Das Gültigkeitsdatum der Versichertenkarte sei an falscher Stelle aufgedruckt. Die Praxis stamme aus Hessen und trage die Bezeichnung „Praxis-Diagnostik-Wissenschaft“. Außerdem fehle die lebenslange Arztnummer.

Nach Auffassung der Kasse sind die Rezepte auf Grundlage dieser Merkmale offensichtlich als Fälschung zu erkennen. Die Barmer will daher Verordnungen auf Null retaxieren, die beliefert wurden und in die Abrechnung kommen. Die Verbände teilen diese Einschätzung nicht und halten Absetzungen für nicht statthaft. Sie empfehlen den Mitgliedern allerdings zu erhöhter Aufmerksamkeit.

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