„Benzo-Papst“ Pallenbach arbeitet für Retax-Firma

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Berlin - Er war der „Benzodiazepin-Papst“ der ABDA, Mitglied im Vorstand der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg (LAK). Und noch immer ist er Mitglied der Vertreterversammlung und Beauftragter für Suchtprävention. Seine „Brötchen“ verdient Dr. Ernst Pallenbach aber bei einem „Lieblingsgegner“ der Apotheker: dem für Retaxationen zuständigen Abrechnungszentrum Emmendingen. Das hat „Geschmäckle“, wie man in Baden-Württemberg sagt.

„Ich bin seit etwa einem Dreivierteljahr beim Abrechnungszentrum Emmendingen, einem Eigenbetrieb des BKK Landesverbandes Süd, tätig. Meine Aufgaben liegen schwerpunktmäßig in der pharmazeutischen Beratung. So bearbeite ich in meinem Team weiterhin verstärkt Anfragen zu meinen Schwerpunktthema Sucht und Arzneimittelmissbrauch“, teilt Pallenbach auf Nachfrage mit.

Ob er in seinem Bereich mit Retaxationen in Berührung kommt, ist daher offen. Auch gilt das Abrechnungszentrum nicht als „scharfer Hund“: Der Dienstleister vor allem für Betriebskrankenkassen gilt in der Branche in Retax-Fragen eher als kulant und verhandlungsbereit. Trotzdem gibt es Stimmen in der Apothekerschaft in Baden-Württemberg, die die Beschäftigung eines führenden Mitglieds der Standesvertretung bei einer Retaxfirma kritisch sehen.

„Unsere Kunden stehen im Mittelpunkt unseres Handelns! Deshalb ist es unsere Aufgabe, die Bedürfnisse unserer Kunden und die Anforderungen des Marktes zu erkennen und sie gemeinsam mit unseren Kunden und für unsere Kunden umzusetzen“, preist sich das Abrechnungszentrum auf seiner Internetseite. Rund zehn BKKen gehören zum festen Kundenstamm, dazu die KKH. Das Abrechnungszentrum Emmendingen sei ein „Komplettanbieter im Bereich Krankenkassenabrechnung und Experte für das gesamte Abrechnungs- und Datenmanagement“.

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