DAK vergisst eigene Genehmigung

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Berlin - Die Hilfsmittelversorgung bedeutet für Apotheken viel Aufwand: Sie müssen alle Verträge kennen und diesen beitreten, sich präqualifizieren, Kostenvoranschläge stellen und die Abgabevorschriften beachten. Retaxationen sind dann besonders ärgerlich, denn dann war der ganze Aufwand auch noch umsonst. Ein Apotheker aus Hessen traute aber seinen Augen nicht, als unlängst eine Nullretaxation der DAK ins Haus flatterte.

In zwei Fällen hatte die Apotheke einen speziellen Sauger der Firma Medela abgegeben, den „Haberman Feeder“. Natürlich hatte man die Abgabe zuvor bei der DAK beantragt – und auch genehmigt bekommen. Die Kostenübernahmeerklärung der Kasse kann der Inhaber vorlegen.

Trotzdem retaxierte die DAK zweimal auf Null, jeweils 22,78 Euro. Zur Begründung schrieb die Kasse: „Nichtarzneimittel – keine Kassenleistung, daher kein Zahlungsanspruch.“ Die Abrechnungskorrektur kam kurz vor Weihnachten in der Apotheke an. Der Standardsatz in dem Retax-Anschreiben, dass es in den kommenden Tagen wegen erhöhten Aufkommens zu einer eingeschränkten Erreichbarkeit kommen könne, musste für den Apotheker in diesem Fall fast sarkastisch klingen.

Natürlich hat er Widerspruch gegen die Nullretaxation eingelegt. Die bewilligten Kostenvoranschläge hat der Apotheker der Kasse mitgeschickt und um kurzfristige Erstattung und eine Stellungnahme zu dieser Retaxierung gebeten. Jetzt wartet er auf eine Antwort der Kasse.

„Die DAK hat mich gebeten, ich möge doch die Genehmigung noch einmal schicken“, berichtet der Apotheker. Zum Glück sei seine Mitarbeiterin sehr gewissenhaft und lege alle Vorgänge ab. Trotzdem findet er den Vorgang abenteuerlich: „Wir müssen so viel erfüllen und dann geht es um 22 Euro.“ Für jeden elektronisch übersandten Kostenvoranschlag zahle er ebenfalls.

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