Institutionskennzeichen

Nullretax wegen Kundenkarte Nadine Tröbitscher, 29.11.2017 09:50 Uhr

Berlin - Eine Kasse, viele Institutionskennzeichen (IK): Die Erkenntnis, dass BKK Energie nicht gleich BKK Energie ist, muss eine Apotheke aus Brandenburg mit einem schmerzlichen Lehrgeld bezahlen. Weil in der Kundenkarte die falsche Nummer hinterlegt war, flatterten Retaxationen ins Haus. Trotz Einsprüchen und Erklärungen der Apotheke blieb die Kasse zunächst hart und kürzte den Erstattungsbetrag auf Null. Kassenchef Frank Heine hat sich der Sache persönlich angenommen und will bei der Lösung des Problems helfen.

Retax-Falle Kundenkarte: Beinahe jeder hat schon einmal die Erfahrung gemacht, dass das hinterlegte IK nicht mit dem auf der Verordnung übereinstimmt. Einmal nicht aufgepasst, wird nicht gemäß Rabattvertrag geliefert und eine Retaxation droht.

Das sollte es eigentlich nicht geben, denn eigentlich darf jede Kasse nur ein Kennzeichen haben. Doch die zahlreichen Fusionen der vergangenen Jahre haben die Angaben unübersichtlich gemacht. Für die Energie BKK etwa sind in der Software noch 40 Kennzeichen hinterlegt. Zwar wird nur eine Kennung aktiv verwendet, doch wenn eine andere eingegeben wird, schlägt das System offenbar nicht Alarm.

Im aktuellen Fall hatte eine Apotheke aus Brandenburg einem Patienten das falsche IK der BKK Energie auf der Kundenkarte zugeordnet. Als die erste Retaxation in der Apotheke eintraf, wurde der Patzer sofort korrigiert. Die Apotheke legte Einspruch gegen die Absetzung ein und gestand den Fehler. „Wir haben dem Patienten versehentlich eine andere IK-Nummer – Ihrer verschiedenen Energie-BKK's zugeordnet“, heißt es im Widerspruch. „Da es gespeichert wird, fragt unser System nicht mehr nach der IK-Nummer des Patienten. […] Wie soll man da erkennen, dass es falsch ist?

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