Rolle rückwärts beim Sanitätshaus

, Uhr

Berlin -

Drei Jahre lang hat Dr. Ralph Bültmann neben seiner Bergischen Apotheke in Radevormwald ein Sanitätshaus betrieben. Aus wirtschaftlichen und organisatorischen Gründen wollte der Apotheker das Geschäft vor einem Jahr an einen Fachmann abgeben. Doch die Übernahme ging schief. Seitdem konnte man in der Kleinstadt keine Sanitätshausartikel mehr kaufen. Um die Versorgungslücke zu schließen, nahm Bültmann die Herausforderung an und eröffnete sein Sanitätshaus wieder.

Als untragbar bezeichnet Bültmann den Umstand, dass in der Kleinstadt fast ein Jahr lang keinerlei Sanitätshausartikel und -Dienstleistungen angeboten wurden. Seit zwei Wochen füllt der Apotheker diese Versorgungslücke. In einem Geschäftsrraum, der an seine Apotheke angeschlossen ist, bietet er eine Grundversorgung mit jenen Artikeln an, die vor allem ältere Menschen oft benötigen. Das seien etwa Inkontinenzprodukte, Kompressionsstrümpfe oder Bandagen, Dinge des täglichen Lebens für die Betroffenen. „In den vergangenen Monaten kamen sehr viele Kunden zu mir, die sehr traurig darüber waren, dass es in Radevormwald kein Sanitätshaus mehr gibt und sie in den Nachbarort fahren müssen“, berichtet er. Irgendwann einmal sei der Punkt erreicht gewesen, an dem er beschloss, wieder die Verantwortung für die Versorgung der Menschen zu übernehmen.

Denn für Bültmann und sein Team ist der Verkauf von Sanitätshausartikeln nicht neu. Bis vor etwa einem Jahr führte er das Sanitätshaus neben seiner Apotheke, das er wiederum drei Jahre zuvor von einem Unternehmen übernommen hatte, als dieses sich aus Radevormwald zurückzog. Doch mit der Zeit habe er gemerkt, berichtet der Apotheker, dass ein solches Geschäft sich nicht nebenbei betreiben lasse. „Bei Hilfsmitteln gilt eigentlich das Motto: Ganz oder gar nicht“, ist er überzeugt.

Auch fachlich ist ein Apotheker aus seiner Sicht nicht ausreichend qualifiziert. Denn neben der Versorgung mit Kompressionsstrümpfen und Inkontinenzprodukten, die in vielen Apotheken als Dienstleistung angeboten werden, komme man in diesem Bereich ganz schnell bei hoch spezialisierten Leistungen aus der Orthopädie an. Aber auch Brustprothetik, häusliche Pflege mit Pflegebetten oder Rollstühle seien immer wieder ein Thema. „Das kann ein Apotheker rein fachlich nicht leisten und muss dafür qualifiziertes Personal einstellen“, erklärt Bültmann. Das habe er auch damals gemacht und einen Orthopädiemeister in Vollzeit eingestellt. Doch wirtschaftlich sei das ein zu großer Aufwand gewesen, der sich nicht gerechnet hat, auch wenn das Sanitätshaus unter dem Strich schwarze Zahlen schrieb.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

eigentlich sollten hier die Kommentare zum Artikel stehen.
Leider funktioneren die Kommentare seit ein paar Tagen nicht mehr für manche Nutzer und Sie scheinen leider zu diesen zu gehören.
Bitte versuchen Sie, alle Cookies von apotheke-adhoc zu löschen. Die Kommentare sollten anschließend wieder angezeigt werden. Eine andere Möglichkeit wäre, einen anderen Browser zu verwenden.
Sollte dies nicht der Fall sein, verwenden Sie bitte unser Kontaktformular und schicken Sie uns Informationen über Ihr Betriebssystem und den verwendeten Browser, damit wir Ihnen weiterhelfen können.

Eine Anleitung, wie Sie Ihre Cookies löschen können, finden Sie z.B. hier.

Neuere Artikel zum Thema

Mehr zum Thema

Plattform gewinnt Sanitätshäuser
Zwei HiMi-Verbünde für Gesund.de »
Webportal bietet mehr Informationen
Neues Hilfsmittelverzeichnis online »
Weiteres
Apotheker baut Botendienst massiv aus
Doppeltour als E-Rezept-Vorbereitung»
Herausforderung Taxation
E-Rezepte im Krankenhaus»
Wie soll es funktionieren?
FAQ: Die PTA und das E-Rezept»
Plattform verspricht Arzneimittel in 30 Minuten
Gründer spielen Express-Apotheke»
Premiere bei Eucerin
Run auf Adventskalender»
Verschließbare Box mit App-Kontakt
Botendienst mit Fernsteuerung»
Wie erzielt man Reichweite?
Instagram für die Apotheke»