Sie müssen das nicht tun!

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Berlin - Gesundheitsökonom Professor Dr. Gert Glaeske hat sich einmal darüber gewundert, warum die Apotheker immer die Krankenkasse als Gegner ansehen. Endgegner des Pharmakritikers ist die Pharmaindustrie mit ihren Mondpreisen und den (aus seiner Sicht) oft überflüssigen Kombipräparaten. Mag sein, aber es sind die Kassen, die noch immer unter den fadenscheinigsten Gründen den Apothekern das Geld vorenthalten. Ein Kommentar von Alexander Müller.

Irgendwann war es sogar der Politik zu viel: Sie stellte den Krankenkassen ein Ultimatum, sich mit den Apothekern auf vernünftige Regeln zur Rezeptprüfung zu verständigen. Zuvor hatten Kassen die Erstattung teilweise fünfstelliger Beträge verweigert, weil der Arzt seinen Vornamen auf dem Rezept mit „F.“ abgekürzt hatte oder das Wort täglich mit „tägl.“ Nicht dokumentiert ausgeschlossene Schwangerschaften bei männlichen Versicherten waren auch so ein Beispiel kreativer Vollabsetzungen.

Also bekam der GKV-Spitzenverband eine Frist gesetzt, sich mit dem Deutschen Apothekerverband (DAV) auf neue Regeln im Rahmenvertrag zu einigen. Das gelang natürlich nicht in bilateralen Gesprächen, weshalb die Schiedsstelle entscheiden musste. Nach Fertigstellung dieses Retax-Deals blieben die ganz extremen Auswüchse zwar aus. Das heißt aber nicht, dass es heute keine absurden Retaxationen mehr gibt.

Da sind die Eltern mit dem fiebernden Kind im Notdienst. Sie bekommen nachts ihr Antibiotikum, weil ein Apotheker für sie da ist. Wenn das Rezept außerhalb der normalen Praxisöffnungszeiten ausgestellt ist, befreien die Krankenkassen ihre Versicherten von der Notdienstgebühr in Höhe von 2,50 Euro. Im aktuellen Fall hatte der behandelnde Arzt das Noctu-Feld auf dem Rezept nicht angekreuzt. Dem Apotheker wurde der Betrag bei der Abrechnung abgezogen.

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APOTHEKE ADHOC Debatte

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