Spahn bekommt eigene TV-Show

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Jens Spahn könnte sich eigentlich selbst moderieren.

Berlin - Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU/Google) bekommt seine eigene TV-Show! In „BMG-News by JS“ wird er jeden Abend zur Top-Sendezeit über gesundheits- und parteipolitische Themen informieren. Live, aus erster Hand und unbehelligt von jener düsteren vierten Gewalt im Staat, die seine lauteren Worte einordnend verklären könnte.

Der Platz an der Sonne bei Google reicht einem so ehrgeizigen Politiker wie Spahn natürlich nicht aus. Noch bevor die Digitaltinte unter dem Suchmaschinen-Deal trocken war, hatte der mitteilungsfreudige Münsterländer schon das Konzept für seine eigene Verkündigungssendung in die Pipeline: Direkt in die Wohnzimmer will er mit den BMG News. Spahn und nichts als die Spahnheit, 90 Minuten, nur er, echte Informationen! Denn in den Nachrichtensendungen der etablierten Medien werden seine Botschaften ja doch nur verkürzt, geschnitten und mit internationalen Krisen, Sport und Waldbränden vermischt. Das stiftet nur Verwirrung.

Spahn will Klarheit und gestaltete Transparenz. Am Anfang konzentriert er sich natürlich auf die Corona-Krise: Warum seine Verordnungen so sinnvoll sind, welche Befugnisse und Kompetenzen er jetzt noch unbedingt braucht – das muss doch erklärt werden. Ganz praktische Anleitungen soll es geben. Wie man eine Maske richtig aufsetzt, Aufzug fährt, neue Masken kauft. Denn in der Beschaffungs-Logistik gelten dieselben Gesetze wie in der Corona-Prävention: Eine Hand wäscht die andere.

Aber das ist nur der Anfang. Denn mit seinem eigenen Kanal muss sich Spahn endlich nicht mehr auf sein Ressort begrenzen. Diese inhaltliche Einengung seit Beginn der Corona-Krise nervt ihn schon lange. Wann immer es ihm geboten erscheint, wird er seine Sendezeit nutzen, um sich in aktuelle Debatten einzuschalten oder Dinge geradezurücken.

Zum Beispiel die vorerst und offenbar auf lange Sicht letzte Wahl eines CDU-Vorsitzenden. Spahn war am 7. Dezember 2018 bekanntlich gegen Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz angetreten. Was nicht viele nicht wissen: Kurz nach dem Start des ersten Wahlgangs lag Spahn mit 15 Stimmen vor Merz (7) und Kramp-Karrenbauer (6). Hätte man die Auszählung da beendet und nicht die anderen 971 „illegal votes“ auch noch gezählt – Spahn wäre schon heute CDU-Chef. Und er wäre bestimmt auch nicht so bescheuert gewesen, mit DocMorris-Maske aufzutreten…

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