Fünf Tipps bei Arzneimittelmissbrauch

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Berlin - Mehr als zwei Millionen Deutsche sind süchtig nach Arzneimitteln. Vermuten Apothekenmitarbeiter einen Medikamentenmissbrauch, müssen sie handeln: Das fordert die Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO). So können PTA dann vorgehen.

Tipp eins: Kritische Medikamente. Geschätzte 5 Prozent der verordneten Arzneimittel haben Suchtpotenzial; bei ihnen sollten PTA aufmerksam sein. Zu diesen Medikamenten gehören Benzodiazepine, Opiate und nichtopioide Analgetika, Sedativa, Tranquilizer und Stimulanzien. Arzneimittel, bei denen zwar keine Abhängigkeitsgefahr besteht, die aber trotzdem häufig missbräuchlich eingenommen werden, sind beispielsweise Schilddrüsen- oder Wachstumshormone.

Tipp zwei: Auf Indizien achten. Hinweise auf eine Abhängigkeit können häufige Apothekenbesuche, die gewünschten Medikamentenmengen, Dosierungssteigerungen, Rezepte von verschiedenen Ärzten oder Verschreibungen auf Privatrezepten sein. Darüber hinaus sollten PTA hellhörig werden, wenn sich der Patient ein Mittel in mehreren Apotheken zu beschaffen scheint. Weitere Indizien sind Betrugsversuche wie Rezeptfälschungen oder angeblicher Rezeptverlust.

Tipp drei: Den Chef informieren. Nach der ApBetrO sind PTA verpflichtet, den Inhaber oder Apothekenleiter über einen etwaigen Medikamentenmissbrauch zu informieren. Das gilt insbesondere, wenn ein gefälschtes Rezept vorgelegt wird. Der Apotheker muss daraufhin Maßnahmen treffen, um die Gefahr des Missbrauchs abzuwehren. Dazu gehört die Meldung an die verschreibenden Ärzte. In anonymisierter Form kann die Arzneimittelkommission Deutscher Apotheker (AMK) informiert werden. So werden Informationen gesammelt, welche Medikamente süchtig machen können.

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